Richard Stein
Kurzinformation
Kurzbiografie
Letzter jüdischer Gemeindevorsteher Richard Stein. Er wird am 09.12.1885 in Neustadtgödens geboren, ist verheiratet mit Rosa Stein, geb. Wertheim, und betreibt einen kleinen Laden im Ort. Das Leben von Richard Stein zeugt von einem Weg, der auf Augenhöhe mit seinem christlichen Umfeld beginnt und mit der völligen Entrechtung, Vertreibung und schließlich der physischen Vernichtung endet.
Das Festjahr in Niedersachsen im Rückblick
Das Motto der Ausstellung lautet daher „Der Ort ist das Objekt”.
Die Synagoge von Neustadtgödens, die um 1852 erbaut wird, gehört zu den wenigen jüdischen Gotteshäusern in Deutschland, die im äußeren Baubestand erhalten geblieben sind. Durch verschiedene Umstände fällt sie nicht, wie andernorts, den Zerstörungen der Pogrome von 1938 zum Opfer.
Das imposante Gebäude zeigt den gesellschaftlichen Stand der jüdischen Gemeinde innerhalb Neustadtgödens. Allerdings wird durch mehrere Umbauten im Inneren die Synagoge so sehr umgestaltet, dass sie nur noch sporadisch an den Originalzustand erinnert. Mit Hilfe alter Pläne und Fotos ist es gelungen, den Originalzustand der Synagoge virtuell wieder aufleben zu lassen. Diese virtuelle Rekonstruktion stellt einen wichtigen Beitrag in der Dokumentation jüdischen Lebens in Neustadtgödens dar.
Die erste urkundliche Erwähnung eines jüdischen Bethauses in Neustadtgödens stammt aus dem Jahre 1752 auf dem Grundstück der heute noch bestehenden Synagoge. Auf Druck der NS-Behörden schließt die jüdische Gemeinde die Synagoge im Jahr 1936. Als Grund wird eine angebliche Baufälligkeit des Gebäudes angegeben. Um 1938 verkauft die Gemeinde das Haus an einen Handwerker. Diesem Umstand ist es auch zu verdanken, dass die Synagoge während der Pogrome nicht angezündet wird. Im Jahr 1961 erwirbt die Gemeinde Gödens das Haus und baut es zunächst zu einer Feuerwehrstation um, die bis 1986 genutzt wird. Erst danach setzt ein Umdenken der politisch Handelnden ein. Die Fassade wird weitestgehend wiederhergestellt und das Gebäude als Baudenkmal ausgewiesen. Seit 2003 befindet sich die ehemalige Synagoge in Privatbesitz. Im Rahmen von Gästeführungen ist das Erdgeschoss seit 2015 wieder für die Öffentlichkeit zugänglich und bietet Informationen zur jüdischen Geschichte des Ortes.
Neben der ehemaligen Synagoge befindet sich Neustadtgödens in der glücklichen Situation, dass viele weitere Gebäude und Einrichtungen, die an die jüdische Gemeinde erinnern, im Ort immer noch zu finden sind. In den meisten Fällen ist auch bekannt, in welchem Haus jüdische Bewohner*innen gelebt haben. Zudem gibt es Gebäude und Plätze, die an die Ausgrenzung und Vertreibung der letzten Juden aus Neustadtgödens erinnern. Eine App lässt das jüdische Leben nunmehr wieder lebendig werden. Der virtuelle Rundgang durch die Stadt macht die Geschichten, die sich hinter den Bauwerken und Orten verbergen, wieder zugänglich und lebendig.
Quellennachweis:
„Eintausendsiebenhundert Jahre jüdisches Leben in Deutschland - Projekte zum Festjahr aus Niedersachsen“. Niedersächsischer Landesbeauftragter gegen Antisemitismus und für den Schutz jüdischen Lebens, Hannover, 2021. GBV
Autorenschaft:
Niedersächsische*r Landesbeauftragte*r gegen Antisemitismus und für den Schutz jüdischen Lebens
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