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Friedhof
Jüdischer Friedhof Salzhemmendorf (Limberger Weg)
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Jüdischer Friedhof Salzhemmendorf (Limberger Weg)

Anschrift:
Limberger Weg
31021 Salzhemmendorf
Anreise:
Langgezogener, von einer Hecke umgebener Geländestreifen am südöstlichen Ortsrande (Limberger Straße oberhalb des christlichen Friedhofes).

Kurzbeschreibung

Das Gründungsdatum des Friedhofs ist unbekannt. Er wurde bis 1932 belegt. Heute sind 19 Grabsteine erhalten. Nach 1945 fanden Instandsetzungen statt. Weitere Informationen finden Sie im Denkmalatlas Niedersachsen des NLD.

Allgemeine Hinweise zur Besichtigung jüdischer Friedhöfe:
Für den Besuch jüdischer Friedhöfe gelten einige Regeln, die alle Besucher*innen einhalten sollten. Männliche Besucher müssen eine Kopfbedeckung tragen; das Betreten von Gräbern soll vermieden werden; Essen und Trinken ist nicht gestattet. An jüdischen Feiertagen sowie am Schabbat (Freitagnachmittag bis Samstagabend) ist der Friedhofsbesuch untersagt. Manche Friedhöfe sind verschlossen, bitte wenden Sie sich für eine Besichtigung an die entsprechenden Ansprechpartner*innen. Vielerorts werden Führungen über den Friedhof angeboten. Informationen hierzu können Sie der Lokalpresse oder der Internetseite der politischen Gemeinde entnehmen.
Jüdischer Friedhof - Dokumentation:

Der Friedhof wurde 1997 dokumentiert durch Bernhard Gelderblom (Fotos, Abschriften).
Eine weitere Dokumentation erfolgte 1997 durch Professor Schaller (Abschrift: alle Steine).

Schändung und Zustand bis heute:

Während des Novemberpogroms 1938 haben Nationalsozialisten die Grabsteine umgeworfen und die Heckeneinfriedung zerstört. Anschließend wurde das Grundstück zur Anpflanzung von Maulbeerbüschen genutzt.

Es ist offenbar dem damaligen Bürgermeister Heinrich Eickhoff zu verdanken, dass ein Teil der Grabsteine durch den Krieg gerettet wurde. Nach 1945 wurden 17 Grabsteine wieder aufgestellt. Die Anordnung in fortlaufender Reihe dürfte nicht ursprünglich sein. Jüdische Grabsteine schauen in der Regel nach Osten, dorthin, wo die Wiederkunft des Messias erwartet wird.

Anders als auf zahlreichen anderen Friedhöfen weisen die Grabsteine in Salzhemmendorf keine gezielten Beschädigungen auf. Leere Grabfelder, aber auch sonstige Lücken, weisen allerdings auf fehlende Grabsteine hin.

Der Friedhof ist im Besitz des Landesverbandes der Jüdischen Gemeinden Niedersachsens. Nach jüdischem Verständnis haben Friedhöfe Ewigkeitsanspruch. Die Totenruhe darf unter keinen Umständen gestört werden.

Autor: Bernhard Gelderblom

Daten zur Geschichte:
• Gründungsdatum nicht bekannt
• 1932 letzte Bestattung
• 1938 abgeräumt und Anpflanzung von Maulbeerbäumen (zur Herstellung von Seide für Fallschirme)
• Nach 1945 Wiederaufstellung einiger in einer Scheune abgestellter Steine
• Nach einer neuerlichen Zerstörung im Jahre 1955 die Steine z.T. in Beton eingegossen
• 2012 Aufstellung einer Erinnerungs- und Informationstafel (Text Bernhard Gelderblom) und Einbau eines neuen Eingangstores


Erinnerungs- und Informationstafel für den jüdischen Friedhof Salzhemmendorf (Autor: Bernhard Gelderblom):

Der Friedhof der jüdischen Gemeinde in Salzhemmendorf, zu Beginn des 19. Jahrhunderts außerhalb des Dorfes angelegt, diente über 120 Jahre für Bestattungen. Der älteste Grabstein stammt aus dem Jahre 1816; die letzte Bestattung fand 1932 statt.
In der Pogromnacht des 9. November 1938 haben Nationalsozialisten die Grabsteine umgeworfen und die Heckeneinfriedung zerstört. Anschließend wurde das Grundstück zur Anpflanzung von Maulbeerbüschen genutzt.
Es ist offenbar dem damaligen Bürgermeister Heinrich Eickhoff zu verdanken, dass ein Teil der Grabsteine durch den Krieg gerettet wurde. Nach 1945 wurden 17 Grabsteine wieder aufgestellt. Die Anordnung in fortlaufender Reihe dürfte nicht ursprünglich sein. Jüdische Grabsteine schauen in der Regel nach Osten, dorthin, wo die Wiederkunft des Messias erwartet wird.
Anders als auf zahlreichen anderen Friedhöfen weisen die Grabsteine in Salzhemmendorf keine gezielten Beschädigungen auf. Leere Grabfelder, aber auch sonstige Lücken, weisen allerdings auf fehlende Grabsteine hin.
Der Friedhof ist im Besitz des Landesverbandes der Jüdischen Gemeinden von Niedersachsen. Nach jüdischem Verständnis haben Friedhöfe Ewigkeitsanspruch. Die Totenruhe darf unter keinen Umständen gestört werden.
Mit seinem vergleichsweise reichen Bestand an Steinen ist der Salzhemmendorfer Friedhof einer der wertvollsten Zeugen jüdischen Lebens im Landkreis Hameln-Pyrmont.

Die jüdische Gemeinde Salzhemmendorf
Die älteste Nachricht über Jüd*innen in Salzhemmendorf stammt aus dem Jahre 1686. Vor allem im 19. Jahrhundert war das jüdische Leben im Flecken mit zeitweise sechs Familien recht bedeutsam. Hier befanden sich Synagoge und Schule des Synagogenverbandes Salzhemmendorf, zu dem sich die Jüd*innen der Orte Lauenstein, Hemmendorf, Wallensen und Duingen zusammengeschlossen hatten. Das Zusammenleben von Christen und Juden war übereinen langen Zeitraum gut nachbarschaftlich.

Das 250 Jahre dauernde jüdische Leben in Salzhemmendorf endete gewaltsam in der Zeit des Nationalsozialismus. Mit Gertrud Heilbronn verzog am 21. Oktober 1936 das letzte Mitglied dieser Familie aus Salzhemmendorf. Die vierköpfige Familie Davidsohn meldete sich nach den schrecklichen Ereignissen der Pogromnacht des 9. November 1938 am 24. Januar 1939 nach Hannover ab.
Als 1941 die Deportationen jüdischer Menschen in die Vernichtungslager begannen, hatte Salzhemmendorf keine jüdischen Einwohner*innen mehr.

Vier Mitglieder der Familie Rosenstern, die von 1880 bis ca.1910 in Salzhemmendorf lebte, wurden aus anderen Orten des Deutschen Reiches in die Vernichtungslager verschleppt und dort getötet.

Die Eheleute Emil und Helene Rosenstern wurden am 24. Juli 1942 aus Hannover in das Ghetto Theresienstadt deportiert, in das die Nazis ausschließlich ältere jüdische Menschen brachten. Von dort wurden beide am 29.September 1942 im Alter von 75 Jahren in das Vernichtungslager Treblinka verschleppt.

Ella Alexander, als Ella Rosenstern 1879 in Salzhemmendorf zur Welt gekommen, wurde am 7. Dezember 1941 aus Köln in das Ghetto Riga deportiert.

Erich Rosenstern, 1899 in Salzhemmendorf geboren, wurde am 15. Dezember 1941 aus Hannover in das Ghetto Riga deportiert. Er starb am 22. Dezember 1944 im lettischen Libau.

Quellennachweis:
Gelderblom Hameln (zuletzt eingesehen am 10.10.2025)

Touristische Informationen // Datensätze, die Sie ebenfalls interessieren könnten

Literatur zur Einrichtung:
Gelderblom, Bernhard Juden in den Dörfern des Fleckens Salzhemmendorf, 2013, GVK

Administrative Angaben

Datensatz erzeugt:
2024-03-27T09:01:57Z
Zuletzt geändert am:
2025-10-16T08:00:22Z
In Portal übernommen am:
2025-11-14T09:42:55+01:00
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