Chico Marx
Kurzinformation
Kurzbiografie
Zur Welt kam Leonard Joseph Marx am 22. März 1887 in New York, als zweitältester Sohn seiner Eltern, nachdem der Erstgeborene kurz nach der Geburt verstorben war. Leonards Familie, präziser, seine Großeltern, waren mit deren Kindern ab etwa 1880 in die Vereinigten Staaten eingewandert.
Leonard-Chicos Familie musste häufig umziehen und lebte dann einige Zeit in Yorkville in der New Yorker Upper East Side, einem Viertel, das zwischen dem irisch-deutschen und dem italienischen Viertel lag.
Der hier Beschriebene war nicht nur das älteste seiner Geschwister, sondern auch der erklärte Liebling seiner Mutter. Aus dieser Position heraus baute er ein starkes Selbstbewusstsein und eine gewisse Rücksichtslosigkeit im Umgang mit Nichtfamilienmitgliedern auf. Zur weiteren Erläuterung, der Kampf ums Überleben in der amerikanischen Metropole um das Jahr 1900 und noch danach war hart, angesichts eines gleichsam nichtexistenten Sozialsystems, angesichts arbeitnehmerfeindlicher Regelungen und angesichts eines durch die laufende Einwanderung hohen Konkurrenzaufkommens in sämtlichen Bereichen des Erwerbsleben. Diese, die äußere wie innere Anspannung fördernden, Umstände waren es, die beim heranwachsenden Leonard Marx die Herausbildung zweier Leidenschaften begünstigten, die ihn nahezu bis an sein Lebensende begleiten sollten, Glücksspiel und Sex.
Die präfeministische Bezeichnung für Frauen im Slang der amerikanischen Großstadt war „Hühnchen“ – „chick“ – und daher erklärt sich auch Leonards Spitznamen, auf den er stolz war und der später zu seinem, sozusagen, Markennamen wurde.
Die Marx-Brüder erlebten sowohl in ihren Eltern als auch in ihren Großeltern Vorbilder, die sich eher nicht in sogenannten Normalberufen, ihren Lebensunterhalt verdienten, sondern im Kleinkunst- und Varietémilieu.
Nachdem Vater Marx als Tanzlehrer und Gelegenheitsschneider offensichtlich für einen Familienernährer zu wenig Engagement aufgebracht hatte, ergriff Mutter Marx die geschäftliche Initiative und ließ mit beträchtlichem Verhandlungsgeschick ihre vier Söhne mehrere Jahre über in Matrosenanzügen als Gesangsgruppe „The Three Nightingales“, später „The Four Nightingales“, auftreten. Hinzu traten Gelegenheitsjobs der Brüder, im Falle Chicos zum Beispiel tagsüber als Rettungsschwimmer und abends als Klavierspieler in einem Hotel.
Später war es Chico, der den Brüdern die Gelegenheit zu ersten besser bezahlten Auftritten im Varieté vermittelte und der zudem allmählich in die Rolle des Managers der Gruppe hineinwuchs. Er kannte die Begabungen seiner Geschwister am besten und dirigierte einen jeden an den Platz, an dem er sich am besten verwirklichen konnte. Chico gelang es auch, das Brüderquartett dem Starproduzenten Irving Thalberg (1899-1936) vorzustellen, was mit der Zeit zum Durchbruch auf der Bühne, in Radio-Shows und im neuen Medium Film führen sollte.
Quellennachweis:
hagalil, jüdisches Leben online (zuletzt eingesehen am 16.05.2023)
Familie und Netzwerk
Lebensstationen
Lektüre
Administrative Angaben
Karte
Fehlt etwas? Helfen Sie mit!
Das Onlineportal wächst stetig weiter.
Unterstützen Sie uns dabei, diese Leerstelle zu füllen oder Fehler zu korrigieren.
Ihre Daten werden sicher durch ein SSL-Zertifikat übertragen. Sollten Sie weitere Fragen zum Datenschutz haben, klicken sie bitte hier: Informationen zum Datenschutz