Hinweis: Um die korrekte Darstellung der Seite zu erhalten, müssen Sie beim Drucken die Hintergrundgrafiken erlauben.
Zurück zur Übersicht
Friedhof
Jüdischer Friedhof Kirchohsen-Emmerthal (Zur Emmerspitze)
Slider Bild - Creative Commons Namensnennung, nicht kommerziell, Weitergabe unter gleichen Bedingungen 4.0
Slider Bild - Creative Commons Namensnennung, nicht kommerziell, Weitergabe unter gleichen Bedingungen 4.0
Slider Bild - Creative Commons Namensnennung, nicht kommerziell, Weitergabe unter gleichen Bedingungen 4.0
1/3

Jüdischer Friedhof Kirchohsen-Emmerthal (Zur Emmerspitze)

Anschrift:
Zur Emmerspitze
31860 Emmerthal
Anreise:
schmales, langgestrecktes Geländestück am Weserufer längs der alten Bruchsteinmauer der ehemaligen Domäne; auf angeschüttetem Boden etwas höher gelegen, so dass der Friedhof nicht zu sehr unter Überschwemmungen zu leiden hatte; ursprünglich nicht eingezäunt

Kurzbeschreibung

Für die Orte Kirchohsen, Hagenohsen und Emmern gab es einen gemeinsamen Friedhof. Das etwa 50 Meter lange, sehr schmale Grundstück erstreckt sich am Ufer der Weser längs der alten Bruchsteinmauer des Guts. Der ursprüngliche Bestand wird bei ungefähr 20 Steinen gelegen haben. Heute ist keiner mehr vorhanden.


Allgemeine Hinweise zur Besichtigung jüdischer Friedhöfe:
Für den Besuch jüdischer Friedhöfe gelten einige Regeln, die alle Besucher*innen einhalten sollten. Männliche Besucher müssen eine Kopfbedeckung tragen; das Betreten von Gräbern soll vermieden werden; Essen und Trinken ist nicht gestattet. An jüdischen Feiertagen sowie am Schabbat (Freitagnachmittag bis Samstagabend) ist der Friedhofsbesuch untersagt. Manche Friedhöfe sind verschlossen, bitte wenden Sie sich für eine Besichtigung an die entsprechenden Ansprechpartner*innen. Vielerorts werden Führungen über den Friedhof angeboten. Informationen hierzu können Sie der Lokalpresse oder der Internetseite der politischen Gemeinde entnehmen.
Schändung und Zustand bis heute:

Zur Zerstörung des Friedhofes gibt es voneinander abweichende Aussagen. Gewiss ist nur, dass er zerstört wurde und dass dies spätestens 1939 geschah. Am 7. April 1939 wollten der Ortsgruppenleiter und die Bürgermeister der Gemeinden Kirchohsen und Hagenohsen das Gelände des Friedhofes als Spielplatz für einen "Erntekindergarten" zur Verfügung stellen. Ob es dazu gekommen ist, ist fraglich. Nach 1945 kam es weder zu einer Rückerstattung noch zu einer Wiederherrichtung als Friedhof. Es sollen zunächst noch einzelne Grabsteine auf dem Gelände gestanden haben. Seit ca. 1960 ist der Friedhof ohne jeden Stein. Bis zum Jahre 2001 war das Gelände als Friedhof überhaupt nicht mehr erkennbar.

Quellennachweis:
Autor: Bernhard Gelderblom

Daten zur Geschichte:
• 1824 zum ersten Male bezeugt: die Einzäunung des Friedhofs, der unter Viehtrieb litt, von der politischen Gemeinde verweigert; gemeinsamer Friedhof für die Orte Kirchohsen, Hagenohsen und Emmern
• seit ca. 1860 im Besitz der jüdischen Gemeinde
• 1927 letzte Beerdigung (Josef Weitzenkorn)
• 1938 zerstört, die Steine zweckentfremdet
• 1939 Pläne von NS-Ortsgruppenleiter und Bürgermeister, das Gelände als Spielplatz für einen „Erntekindergarten“ zu nutzen
• Nach 1945 nicht zurückerstattet und nicht wiederhergestellt; als Friedhof nicht erkennbar; lag wüst und diente immer wieder zum Abladen von Müll
• 2001 im Oktober Rückerstattung des südlichen Teils der Fläche an den Landesverband der Jüdischen Gemeinden von Niedersachsen
• 2001 Anbringung einer Gedenktafel (Text Bernhard Gelderblom) und Pflanzung einer Hecke

Inschrift der Gedenktafel (Autor: Bernhard Gelderblom):
An diesem Platz befindet sich der jüdische Friedhof für die Ortschaften Kirchohsen, Hagenohsen und Emmern.

In den alten Akten wurde der Friedhof zum ersten Male im Jahre 1824 erwähnt. Nach Auskunft von Zeitzeugen fand die letzte Beerdigung um 1936 statt: Der alte Kaufmann Weitzenkorn wurde unter großer Beteiligung der Bevölkerung bestattet. Im Jahre 1938 zerstörten die Nationalsozialisten den Friedhof mit seinen Grabsteinen und beseitigten ihn.

Dieser Friedhof ist das letzte Zeugnis des reichen, über 250 Jahre andauernden jüdischen Lebens in Emmerthal. Lange Zeit lebten hier sechs jüdische Familien. In Kirchohsen hatten sie ihre Synagoge. 1937/38, in der Zeit des Nationalsozialismus, mussten mit den Familien Weitzenkorn und Philipp die letzten Bürger jüdischen Glaubens den Ort verlassen.

Nach jüdischem Religionsverständnis darf die Ruhe der Toten auf ewig nicht gestört werden.

Quellennachweis:
Gelderblom Hameln (zuletzt eingesehen am 09.10.2025)

Touristische Informationen // Datensätze, die Sie ebenfalls interessieren könnten

Literatur zur Einrichtung:
Gelderblom Hameln (zuletzt eingesehen am 09.10.2025) http://www.gelderblom-hameln.de/judenhameln/friedhoefe/judenfriedkirchohsen.php?name=kirchohsen, http://www.gelderblom-hameln.de/judenhameln/friedhoefe/judenfriedkirchohsen.php?name=kirchohsen

Administrative Angaben

Datensatz erzeugt:
2025-01-09T21:17:22Z
Zuletzt geändert am:
2025-10-16T07:55:49Z
In Portal übernommen am:
2025-11-14T09:43:01+01:00
Fehlt etwas? Helfen Sie mit!

Das Onlineportal wächst stetig weiter.
Unterstützen Sie uns dabei, diese Leerstelle zu füllen oder Fehler zu korrigieren.

Ihre Daten werden sicher durch ein SSL-Zertifikat übertragen. Sollten Sie weitere Fragen zum Datenschutz haben, klicken sie bitte hier: Informationen zum Datenschutz

Wir verwenden Cookies und ähnliche Technologien, um Ihnen das bestmögliche Online-Erlebnis zu bieten und Inhalte auf Ihre Interessen anzupassen. Mittels der eingesetzten Technologien können Informationen auf Ihrem Endgerät gespeichert, angereichert und gelesen werden.
Mit einem Klick auf „Alles erlauben“ stimmen Sie dem Zugriff auf Ihr Endgerät zu sowie der Verarbeitung Ihrer Daten, der webseiten- sowie partner- und geräteübergreifenden Erstellung und Verarbeitung von individuellen Nutzungsprofilen sowie der Weitergabe Ihrer Daten an Drittanbieter zu.
 

Notwendige Cookies

Diese Cookies sind notwendig, damit Sie durch die Seiten navigieren und wesentliche Funktionen nutzen können. Sie ermöglichen Grundfunktionen, wie z.B. Zugriff auf gesicherte Bereiche der Webseite. Zudem dienen sie der anonymen Auswertung des Nutzerverhaltens, die von uns verwendet werden, um unsere Seite stetig für Sie weiterzuentwickeln.

Statistik-Cookies

Diese Cookies helfen uns, das Nutzungsverhalten besser zu verstehen. Statistik-Cookies ermöglichen die Erhebung von Nutzungs- und Erkennungsmöglichkeiten durch Erst- oder Drittanbieter, in so genannten anonymisierten Nutzungsprofilen. Wir benutzen beispielsweise Analyse-Cookies, um die Zahl der individuellen Besucher einer Webseite oder eines Dienstes zu ermitteln oder um andere Statistiken im Hinblick auf den Betrieb unseres Portals zu erheben, als auch das Nutzerverhalten auf Basis anonymer Informationen zu analysieren, wie Besucher mit der Webseite interagieren. Ein unmittelbarer Rückschluss auf eine reale Person ist dabei nicht möglich.