Hans-Werner Roberg
Kurzinformation
Kurzbiografie
Victor Roberg (geboren 1884) lebte seit 1906 in der Stadt und arbeitete erst in dem Warenhaus der Gebrüder Freidberg im Stadtzentrum (Markt 4).
1919 gründete er eine Schneider-Manufaktur samt Modegeschäft Am Markt 17. 1921 heiratete Victor Roberg seine Frau Frieda, geborene Marx (geboren 1894). Zusammen hatten sie zwei Söhne, Hans-Werner (geboren 1921), und Kurt-Walter (geboren 1924).
1929 zog das Geschäft der Familie in größere Räumlichkeiten in die Zöllnerstraße 35 um.
(Text verfasst von Luke und Fabio, Schüler*in Hölty-Gymnasium Celle)
Autorenschaft:
Luke und Fabio, Schüler*in Hölty-Gymnasium Celle
1934 waren die beiden Jungen die einzigen jüdischen Schüler*innen am Hermann-Billung-Gymnasium. Sie hatten täglich mit Antisemitismus zu kämpfen. Dies war vermutlich einer der Gründe, warum Hans-Werner bereits 1936 zu einem Onkel in die Niederlande auswanderte.
Viktor verkleinerte das Geschäft wohl aus dem gleichen Grund und betrieb es zuletzt in seiner Wohnung in der Fritzenwiese als „Etagengeschäft“.
Im Zuge des Reichspogroms wurde der Vater Victor Roberg am 10. November 1938 in das KZ Oranienburg verbracht, ebenso wie die anderen jüdischen Männer aus Celle. Sie wurden erst am 16. Dezember 1938 wieder freigelassen. Der jüngere Sohn Kurt-Walter entging der Verhaftung und damit dem KZ nur, weil er wie immer in die Schule gegangen war.
Die Mutter Frieda Roberg bemühte sich um eine Ausreise in die USA, auf die sie zwei Jahre warten musste. 1939 kamen die Eltern auch in die Niederlande. Sie reisten 1940 mit ihrem älteren Sohn Hans-Werner in die USA aus. Der jüngere Sohn Kurt-Walter sollte erst die in den Niederlanden begonnene Ausbildung beenden. Daher kam er erst 1941 nach.
(Text verfasst von Luke und Fabio, Schüler*in Hölty-Gymnasium Celle)
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Luke und Fabio, Schüler*in Hölty-Gymnasium Celle
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Johanne Plaut
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Kurzbiografie
Johanne Plaut wurde am 20. Dezember 1868 als Johanna Hamm in Seesen geboren und lebte zuletzt in Berlin-Kreuzberg. Am 21. September 1942 wurde sie nach Theresienstadt deportiert und dort am 13. November 1943 ermordet. Sie war die Schwester von Moritz Hamm, der ebenfalls in Theresienstadt ermordet wurde.
Sie war die letzte Hausmutter der Jacobson’sche Waisenanstalt und mit deren Leiter Werner Plaut verheiratet.
Quellennachweis:
Liste der Stolpersteine in Seesen - Wikipedia (zuletzt eingesehen 14.08.2022)
Johanne Hamm ist 1868 in Seesen geboren. Sie wächst mit ihren Eltern Wolf und Charlotte Hamm und acht Geschwistern auf. Sie heiratet Victor Plaut, geb. 1864 in Neustadt Hessen. Er ist Religionslehrer und wird in Seesen ab 1886 der Inspektor des Jacobson´schen Waisenhauses, zunächst in der Poststraße/Bollergasse und nach dem Neubau des Waisenhauses an der Lautenthaler Straße/Ecke Waisenhausstraße. Nach der Schließung des Waisenhauses wohnt die Familie Lautenthaler Str. 49. In den Dreißiger Jahren zieht das Ehepaar nach Berlin, wo Victor 1937 stirbt. Johanne wird am 21.09.1942 nach Theresienstadt deportiert. Als Todesdatum gilt der 13.11.1943.
Quellennachweis:
„Gegen das Vergessen Stolpersteine für Seesen und Rhüden und Memorbuch der Jacobson-Schule“. Stolperstein-Initiative Seesen, Seesen, 2022. GBV
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S. Bungert, T. Droste, J. Frassl, D. Stroschein
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Victor Roberg
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Victor Roberg (geboren 1884) lebte seit 1906 in der Stadt und arbeitete erst in dem Warenhaus der Gebrüder Freidberg im Stadtzentrum (Markt 4).
1919 gründete er eine Schneider-Manufaktur samt Modegeschäft Am Markt 17. 1921 heiratete Victor Roberg seine Frau Frieda, geborene Marx (geboren 1894). Zusammen hatten sie zwei Söhne, Hans-Werner (geboren 1921), und Kurt-Walter (geboren 1924).
1929 zog das Geschäft der Familie in größere Räumlichkeiten in die Zöllnerstraße 35 um.
(Text verfasst von Luke und Fabio, Schüler*in Hölty-Gymnasium Celle)
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Luke und Fabio, Schüler*in Hölty-Gymnasium Celle
1934 waren die beiden Jungen die einzigen jüdischen Schüler*innen am Hermann-Billung-Gymnasium. Sie hatten täglich mit Antisemitismus zu kämpfen. Dies war vermutlich einer der Gründe, warum Hans-Werner bereits 1936 zu einem Onkel in die Niederlande auswanderte.
Viktor verkleinerte das Geschäft wohl aus dem gleichen Grund und betrieb es zuletzt in seiner Wohnung in der Fritzenwiese als „Etagengeschäft“.
Im Zuge des Reichspogroms wurde der Vater Victor Roberg am 10. November 1938 in das KZ Oranienburg verbracht, ebenso wie die anderen jüdischen Männer aus Celle. Sie wurden erst am 16. Dezember 1938 wieder freigelassen. Der jüngere Sohn Kurt-Walter entging der Verhaftung und damit dem KZ nur, weil er wie immer in die Schule gegangen war.
Die Mutter Frieda Roberg bemühte sich um eine Ausreise in die USA, auf die sie zwei Jahre warten musste. 1939 kamen die Eltern auch in die Niederlande. Sie reisten 1940 mit ihrem älteren Sohn Hans-Werner in die USA aus. Der jüngere Sohn Kurt-Walter sollte erst die in den Niederlanden begonnene Ausbildung beenden. Daher kam er erst 1941 nach.
(Text verfasst von Luke und Fabio, Schüler*in Hölty-Gymnasium Celle)
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Luke und Fabio, Schüler*in Hölty-Gymnasium Celle
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Frieda Roberg
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Frieda Marx wurde 1894 in Baden-Württemberg geboren. 1921 heiratete sie Victor Roberg. Zusammen hatten sie zwei Söhne, Hans-Werner (geboren 1921), und Kurt-Walter (geboren 1924).
1929 zog das Geschäft der Familie in größere Räumlichkeiten in die Zöllnerstraße 35 um.
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1934 waren die beiden Jungen die einzigen jüdischen Schüler am Hermann-Billung-Gymnasium. Sie hatten täglich mit Antisemitismus zu kämpfen. Dies war vermutlich einer der Gründe, warum Hans-Werner bereits 1936 zu einem Onkel in die Niederlande auswanderte.
Viktor verkleinerte das Geschäft wohl aus dem gleichen Grund und betrieb es zuletzt in seiner Wohnung in der Fritzenwiese als „Etagengeschäft“.
Im Zuge des Reichspogroms wurde der Vater Victor Roberg am 10. November 1938 in das KZ Oranienburg verbracht, ebenso wie die anderen jüdischen Männer aus Celle. Sie wurden erst am 16. Dezember 1938 wieder freigelassen. Der jüngere Sohn Kurt-Walter entging der Verhaftung und damit dem KZ nur, weil er wie immer in die Schule gegangen war.
Die Mutter Frieda Roberg bemühte sich um eine Ausreise in die USA, auf die sie zwei Jahre warten musste. 1939 kamen die Eltern auch in die Niederlande. Sie reisten 1940 mit ihrem älteren Sohn Hans-Werner in die USA aus. Der jüngere Sohn Kurt-Walter sollte erst die in den Niederlanden begonnene Ausbildung beenden. Daher kam er erst 1941 nach.
(Text verfasst von Luke und Fabio, Schüler*in Hölty-Gymnasium Celle)
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Frieda Roberg starb im Januar 1989 im Alter von 94 Jahren.
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Harry Simon
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Kurt-Walter Roberg
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Victor Roberg (geboren 1884) lebte seit 1906 in der Stadt und arbeitete erst in dem Warenhaus der Gebrüder Freidberg im Stadtzentrum (Markt 4).
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Viktor verkleinerte das Geschäft wohl aus dem gleichen Grund und betrieb es zuletzt in seiner Wohnung in der Fritzenwiese als „Etagengeschäft“.
Im Zuge des Reichspogroms wurde der Vater Victor Roberg am 10. November 1938 in das KZ Oranienburg verbracht, ebenso wie die anderen jüdischen Männer aus Celle. Sie wurden erst am 16. Dezember 1938 wieder freigelassen. Der jüngere Sohn Kurt-Walter entging der Verhaftung und damit dem KZ nur, weil er wie immer in die Schule gegangen war.
Die Mutter Frieda Roberg bemühte sich um eine Ausreise in die USA, auf die sie zwei Jahre warten musste. 1939 kamen die Eltern auch in die Niederlande. Sie reisten 1940 mit ihrem älteren Sohn Hans-Werner in die USA aus. Der jüngere Sohn Kurt-Walter sollte erst die in den Niederlanden begonnene Ausbildung beenden. Daher kam er erst 1941 nach.
(Text verfasst von Luke und Fabio, Schüler*in Hölty-Gymnasium Celle)
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Luke und Fabio, Schüler*in Hölty-Gymnasium Celle
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Gerhard Wegner
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Berufstätigkeit:
Ab 2019 i. R. / Publizist
2004 - 2019 Direktordes Sozialwissenschaftlichen Instituts der EKD
2001 - 2004 Stellv. Leiter und Leiter des Arbeitsbereichs „Kirchengemeinde Ergänzende Dienste“ imHaus Kirchlicher Dienste der Ev.-luth. Landeskirche Hannovers und „Landessozialpfarrer“
1997 - 2001 Leiter des Evangelischen Expo-Büros und stellvertretender Direktor des Christus-Pavillons
1995 - 2001 Oberkirchenrat im Landeskirchenamt derEv.-Luth. Landeskirche Hannovers
1991 - 1997 Gründungsgeschäftsführerder Hanns-Lilje-Stiftung
1983 - 1991 Pastor in Springe / Deister und Celle
1980 – 1982 Vikariat in Hannover-Linden
1979 - 1980 Studienaufenthalt als Stipendiat des ÖRK in Kenya
1953 geboren in Hamburg-Wilhelmsburg
Wissenschaftliche Tätigkeit:
1998 Promotion Universität Göttingen
1995 Habilitation Universität Marburg
Apl. Professor für Praktische Theologie an der Philipps-Universität Marburg seit 2000
Ehrenamtliche Tätigkeit:
2016 – 2023 Vorsitzender des Niedersächsischen Bundes für Freie Erwachsenenbildung (NBEB)
Ab 2018 Vorsitzender des Beirates der Landeszentrale für Politische Bildung Niedersachsen
Ab 2021 Ortsbürgermeister für Brünnighausen, Hohnsen, Bäntorf und Herkensen (Flecken Coppenbrügge)
Ab 2023 Niedersächsischer Landesbeauftragter gegen Antisemitismus und für den Schutz jüdischen Lebens
Quellennachweis:
Niedersächsischer Landesbeauftragter gegen Antisemitismus und für den Schutz jüdischen Lebens (zuletzt eingesehen am 09.05.2023)
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Moritz Hamm
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Moritz Hamm wurde am 22. Juni 1871 in Seesen geboren und lebte zuletzt in Erfurt. Am 20. September 1942 wurde er nach Theresienstadt deportiert und starb dort am 10. August 1943.
Quellennachweis:
Liste der Stolpersteine in Seesen - Wikipedia (zuletzt eingesehen 14.08.2022)
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Gerhard Ballin
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Kurzbiografie
Gerhard Ballin wurde am 25. April 1922 in Göttingen geboren und wuchs in Seesen am Harz auf. Er war der erste Sohn Kurt Ballins (geb. 1880) mit seiner zweiten Frau Ella Bruch (geb. 1888). Der Vater entstammte der jüdischen Familie Ballin, hatte sich aber vor der Hochzeit mit seiner ersten Frau taufen lassen. Eine Verwandtschaft zur Hamburger Reederfamilie Ballin besteht nicht. Die Mutter entstammte der christlichen Familie Bruch. Gerhard wurde wie sein älterer Bruder Günther (geb. 1917 in der ersten Ehe des Vaters mit Alice Bruch, der Schwester von Ella Bruch) und sein jüngerer Bruder Jochen (geb. 1925) getauft und protestantisch erzogen. Bereits 1927 starb sein Vater, Gerhard Ballin war gerade fünf Jahre alt. Aus Briefen geht hervor, daß er als Kind von seinem Vater nur sehr wenig über den jüdischen Glauben und die jüdischen Bräuche erfahren hat. Vielleicht ist dies einer der Gründe, neben der sich abzeichnenden Verfolgung seiner Verwandtschaft Ballin, die ihn schon als Jugendlichen in den Jahren 1937/38 zur Beschäftigung mit der Genealogie brachten. Ein weiterer Anstoß war sicherlich auch das Vorhandensein einer Familiengeschichte, die Gerhards Onkel
Dr. Walther Meyer aus Hannover, Enkel des hannoverschen Landrabbiners Samuel Ephraim Meyer. Gerhard Ballin beschäftigte sich weiterhin mit Genealogie und entwickelte dabei einen solchen Eifer, daß er sogar noch 1944 eine genealogische Anfrage an das sogenannte "Reichssippenamt" richtete und auch Auskunft bekam. Des weiteren besuchte er in den vierziger Jahren jüdische Friedhöfe, wobei er einmal knapp einer Verhaftung entging.
Kurz vor dem Krieg begann er eine Tischlerlehre und konnte bis 1943 in Seesen bleiben. Ab 1943 wurde er nach Hannover als Tischler zur Reparatur von Bombenschäden verpflichtet. In den letzten Wochen befürchteten die Brüder noch eine Verhaftung und Verschleppung in ein Konzentrationslager, sie überstanden diese Wochen aber ohne weitere Verfolgung. Die meisten der jüdischen Verwandten der väterlichen Seite dagegen litten unter der nationalsozialistischen Verfolgung: viele wanderten frühzeitig aus, diejenigen, die in Deutschland blieben, kamen in Konzentrationslagern oder bei Luftangriffen um oder nahmen sich selbst das Leben.
Bei Kriegsende wurde das Ballinsche Elternhaus in Seesen von den Alliierten beschlagnahmt.
Gerhard und Eveline Ballin eröffneten zunächst ein Laufmaschenreparaturgeschäft, das 1953 zu einem Strumpfwarengeschäft erweitert wurde. Bis 1957 hatte sich dieses Geschäft jedoch nicht so günstig entwickelt wie erhofft, so daß Gerhard eine zusätzliche Beschäftigung in einer Eisenwarenfabrik in Seesen aufnahm, um die Familie finanziell besserzustellen. 1962 baute das Ehepaar schließlich das Ballinsche Elternhaus zu einer Pension aus. Bis 1964 absolvierte Gerhard, bereits 42jährig, eine Ausbildung zum Bankkaufmann und wurde anschließend Angestellter der Braunschweigischen Staatsbank, bei der er bis zu seiner Pensionierung 1980blieb. Seine Frau Eveline starb 1983 nach längerer Erkrankung. Gerhard Ballin pendelte danach zwischen Salzgitter, wo seine neue Lebensgefährtin Ilse Lotze lebte, und Seesen, um seine Adoptivtochter Renate mit Familie zu besuchen. Im Oktober 1989 starb Gerhard Ballin, nachdem er noch im Frühjahr seine Lebensgefährtin geheiratet hatte, nach einer vorausgegangenen Bypass-Operation 67jährig an einem Herzinfarkt.
Gerhard Ballin war auf genealogischem Gebiet Spezialist sowohl für die Familiengeschichte Ballin mit ihren verschiedenen Zweigen als auch für die Familie Goldschmidt. Sein Interesse für Genealogie hatte zunächst nur mit der mütterlichen Familie Bruch, zu der aber kaum Material überliefert ist, und der väterlichen Familie Ballin zu tun, die den Hauptteil der Überlieferung ausmacht. Nach dem Krieg aber dehnte er seine genealogischen Forschungen auf weitere jüdische Familien aus und konzentrierte sich zuletzt ausschließlich auf jüdische Genealogie.
Quellennachweis:
Eintrag zu Gerhard Ballin im Zentralarchiv zur Erforschung der Geschichte der Juden in Deutschland (zuletzt eingesehen 15.08.2022)
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Liesel Aussen
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Liesel wohnte zuletzt mit ihren Eltern Alfred und Paula Aussen in der Rathausstraße 22/24. Ihr Großvater, Louis Aron, unterhielt dort eine Manufaktur- und Modewarenhandlung. Einen Tag nach ihrer Geburt, am 3.3.1936, fand sich ihr Vater, der Kaufmann Alfred Aussen, im Leeraner Rathaus ein, um die Geburt seiner Tochter anzuzeigen. Einen schönen Namen hatten die jungen Eltern für ihr erstes Kind vorgesehen: „Liesel“. Nach altem Herkommen sollte das Erstgeborene einen Namen nach den Großmüttern erhalten. Die Großmutter mütterlicherseits hieß mit Vornamen „Lina“, die Großmutter väterlicherseits „Selma“. Dieses führte zusammengezogen zum Vornamen „Liesel“, um beide Großmütter aus reiner Familienpietät gleichermaßen zu benennen. Die Eintragung dieses Namens sollte jedoch nicht erfolgen. Er wurde vom Standesbeamten schlichtweg abgelehnt. Begründung: „Liesel“ sei ein deutscher Vorname. Da der deutsche Standesbeamte seinerzeit „stets auf die Pflege und den Wert der schönen deutschen Vornamen hinweisen sollte“, sah sich der hiesige Amtsinhaber genötigt, in diesem Fall zu verhindern, dass ein Ausländer (Alfred Aussen war niederländischer Staatsangehöriger, so also auch seine Tochter), erst recht wenn dieser ein Jude ist, sich mit einem schönen deutschen Vornamen schmückt. Diese Weigerung konnte Alfred Aussen nicht hinnehmen. Er versuchte Alternativen wie „Lisel“ oder „Lizel“ vorzuschlagen, um den Standesbeamten umzustimmen - aber vergeblich.
Der „Fall“ Liesel wurde zum Politikum. Der Reichsbund der Standesbeamten Deutschlands wurde eingeschaltet, das Amtsgericht Leer sowie der Landrat des Landkreises. Am 19. Mai 1936 wies man den Standesbeamten schließlich an, das Kind der Eheleute Aussen auf den Vornamen „Lisel“ (ohne „e“) einzutragen mit der Begründung, weil „die im deutschen Reiche lebenden Juden durch gesetzliche Bestimmung (im Jahr 1936) hinsichtlich des Gebrauchs deutscher Vornamen nicht beschränkt“ seien. „ Es könne nicht Aufgabe einzelner Stellen im Lande sein, der obersten Staatsführung die Lösung eines Teils der Judenfrage vorweg zu nehmen“. Der übereifrige Standesbeamte musste sich diese sanfte Zurechtweisung gefallen lassen und sich ihr zähneknirschend beugen.
Ihre ersten zwei Lebensjahre verbrachte Liesel in Leer. In dieser Zeit spitzte sich die Lebenssituation ihrer Eltern und Großeltern in der Rathausstraße Leer zu. Großvater Louis Aron musste seine Manufakturwarenhandlung bald schließen. Die Kundschaft blieb aus. Ebenso wie ihm erging es der gesamten jüdischen Kaufmannschaft. Paula, sofern sie sich überhaupt auf die Straße wagte, verbrachte viele Stunden des Tages damit, in den Leeraner Geschäften anzustehen. Wenn sie als Jüdin überhaupt die Läden betreten durfte, musste sich die junge Frau in der Wartereihe immer wieder hinten anstellen, falls ein „Arier“ Besorgungen machen wollte.
Liesel kannte ihre Heimatstadt kaum. In den öffentlichen Anlagen waren sie und ihre Eltern nicht gern gesehen. Das große Freibad an der Georgstraße, 1935 eröffnet, kannte sie überhaupt nicht. Sie durfte es nicht betreten. Allenfalls das fröhliche Gekreische und Gejohle der jungen Badegäste drang über den Hafen hinweg an ihre Ohren. Vielleicht hätte das kleine Mädchen gerne ein Haustier gehabt – aber Juden durften keine Haustiere halten. Außerhalb der Familie hatte Liesel nur Kontakte zu jüdischen Freunden. Astrid Pels wohnte ganz in der Nähe, in der Hindenburgstr. 2. Zwar war sie fast drei Jahre älter, aber gleichaltrige Spielgefährten gab es nicht. Die Ausgrenzungsmechanismen der jüdischen Bevölkerung in der Ledastadt nahmen immer krassere Formen an. Die OTZ, das offizielle Mitteilungsblatt der NSDAP, veröffentlichte unter der Rubrik „Leer Stadt und Land“ immer öfter gemeine Hetzartikel gegen die jüdische Bevölkerung, die allem Anschein nach
Wirkung zeigten. Das jüdische Leben fand nur noch hinter fest verschlossenen Türen statt. Am Mittwoch, dem 24. Mai 1938, zog Alfred Aussen mit seiner kleinen Familie nach Winschoten, Holland. Das Umzugsgut wurde am 24. Mai ab 8.00 Uhr unter Zollaufsicht verladen.
Die Großeltern blieben zunächst in der Rathausstraße zurück. Louis Aron konnte sich einfach nicht vorstellen, sein Geburtshaus und die Stadt zu verlassen. Vielleicht würde sich ja noch alles zum Besseren wenden. Dieser Glauben verließ ihn nach der Reichspogromnacht. Die Familie Zilversmit hatte sich im August 1938 in das Haus eingemietet. Gemeinsam mit ihr erlebten die alten Arons die furchtbare Nacht vom 10. November 1938. Louis Aron hörte gegen Morgen, es mag 4.00 Uhr gewesen sein, auf der Straße einen furchtbaren Lärm. Befehlstöne, Schreie und Wehklagen drangen durch das Schlafzimmerfenster an sein Ohr. Nebenan bei Jonas de Vries wurde die Haustür eingeschlagen. Louis Aron versuchte noch, sich hinter dem Haus im Abort zu verstecken, als auch seine Haustüre aufgebrochen wurde und die großen Schaufensterscheiben zersplitterten. Unter Hohngelächter wurde er zu der Gruppe zu Tode geängstigten Juden auf die Straße bugsiert und zusammen mit ihnen wie Vieh zum Viehhof getrieben.
Im März 1939, nachdem das angestammte Elternhaus Ende November 1938 an die Stadt Leer verkauft werden musste, zogen auch Louis und Karolina Aron nach Winschoten, in die Nähe ihrer Tochter Paula. Genau vier Jahre später, Nazideutschland hatte längst die Niederlande überrollt, wurde die Familie Aron über das Durchgangslager Westerbork nach Sobibor deportiert.
Sobibor war ein reines Vernichtungslager. Louis, Karolina und Erna Aron werden dort nicht länger als drei Tage überlebt haben. Vier Monate später, am 20. Juli 1943, verließen wiederum eng mit menschlicher Fracht beladene Viehwaggons das holländische Sammellager in Richtung Osten. Auch dieser Zug passierte, wie so viele vorher, die Ledastadt. In einem dieser Waggons: Familie Aussen. Ihr Ziel: Sobibor. Liesel war gerade sieben Jahre alt.
Quellennachweis:
Liesel Aussen (zuletzt eingesehen am 24.04.2024)
Die Freifläche vor dem Zollhaus gegenüber dem Bahnhof von Leer wurde am 10. Juli 2022 Liesel-Aussen-Platz benannt. Das Denkmal zeigt die Figur eines Mädchens in einem Mauerstück aus Ziegel- und Bruchsteinen. Der Name »Liesel Aussen« ist als Relief eingefügt. Die Figur selber ist aus Gusseisen. Auf der Rückseite sind ein Judenstern und die Worte »Leer« und »Sobibor« zu sehen. Das Kunstwerk ist eine Arbeit des Leeraners Gerd Christmann. Der Guss der Figur erfolgte bei den Leeraner Leda-Werken. Eine Infotafel, erstellt von Schülern des Leeraner Teletta-Gross-Gymnasiums, informiert über das Schicksal des Mädchens.
Quellennachweis:
Liesel Aussen (zuletzt eingesehen am 25.04.2024).
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Siegfried Nussbaum
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Kurzbiografie
Siegfried Nussbaum ist das fünfte Kind von Salomon und Rosa Nussbaum.
Im Zeitraum von 1907 bis 1913 ist er Schüler der Jacobson-Schule. Im Verzeichnis der Abiturienten der Untersekundarschule/Realschulzweig ist sein Berufswunsch mit „Kaufmann“ angegeben. Siegfried Nussbaum heiratet im Jahr 1919 Elisabeth Hotter (geboren am 24.04.1900). Aus dieser Ehe gehen drei Kinder hervor: Rosemarie (geb. 1929), Horst (geb. 1930) und Brigitte (geb. 1932). Im 1. Weltkrieg ist er als Soldat im Einsatz und wird 1937 als Frontkämpfer „Im Namen des Führers und Reichskanzlers“ Adolf Hitler mit dem Ehrenkreuz für Frontkämpfer ausgezeichnet. Im Jahr 1928 übernimmt er das Konfektionsgeschäft seines Vaters in der Langestraße 40. Das Geschäft wird 1933 geschlossen. Siegfried Nussbaum ist bis zu seinem Tode der Verwalter der Synagoge. Für die Gemeinde erstellt er 1935 ein Verzeichnis der Gräber auf dem jüdischen Friedhof in Seesen. In der Reichspogromnacht des 10. November 1938 geht der Jacobstempel in Seesen in Flammen auf. Siegfried Nussbaum wurde bezichtigt, das Synagogengebäude selbst angezündet zu haben. Eine aufgebrachte Menge will ihn ins Feuer werfen. Daraufhin soll Nussbaum in Schutzhaft genommen werden und wird abgeführt. Auf dem Weg zum Polizeirevier wird Nussbaum von einem der SS-Männer, die ihn abführten in den Rücken geschossen. Wenige Tage später verstirbt er im Krankenhaus in Osterode an seinen Verletzungen.
Quellennachweis:
„Gegen das Vergessen Stolpersteine für Seesen und Rhüden und Memorbuch der Jacobson-Schule“. Stolperstein-Initiative Seesen, Seesen, 2022. GBV
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Moritz Nussbaum
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Moritz Nussbaum (1888–?)
wurde am 6. März 1888 in Brakel geboren und lebte in Brakel, Bonn und Köln. Er war im Zwangsarbeitslager Bardenberg und im Sammellager Köln-Müngersdorf inhaftiert, bevor er am 20. Juli 1942 nach Minsk deportiert wurde. Er starb in der Vernichtungsstätte Maly Trostinec und wurde nach dem Zweiten Weltkrieg für tot erklärt.
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Kurt Ballin
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Kurt Ballin war Bankier in der Stadt Seesen. Sein Bruder war der Fabrikant Hans Ballin. Vor der Hochzeit mit seiner ersten Frau Alice Bruch ließ er sich Taufen. Seine Kinder Günther, Jochen und Gerhard erzog er mit seiner zweiten Frau Ella Bruch, der Schwester von Alice Bruch, protestantisch.
Quellennachweis:
Eintrag zu Gerhard Ballin im Zentralarchiv zur Erforschung der Geschichte der Juden in Deutschland (zuletzt eingesehen 15.08.2022)
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Helene Rosenbaum
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Kurzbiografie
Helene Rosenbaum wurde am 13. Februar 1883 als Helene Simon in Seesen geboren und lebte zuletzt in Hannover. Am 31. März 1942 wurde sie ins Warschauer Ghetto deportiert.
Sie ist die Nichte von Harry Simon, dem Besitzer des Kaufhauses Magazin Rothschild.
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Jochen Ballin
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Jochen Ballin war der Bruder von Gerhard und Günther Ballin. Wie seine Brüder auch, überlebte er die Shoa.
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Günther Ballin ist der Halbbruder von Gerhard und Jochen Ballin. Wie seine Brüder auch, überlebte er die Shoa.
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Ludwig Nussbaum
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Kurzbiografie
Die deutsche Inschrift seines Grabsteins lautet:
Hier ruht
Mein lieber Mann
Ludwig Nussbaum
geb. 29.7.1888
gest. 23.6.1939
Quellennachweis:
B. Gelderblom, „Jüdisches Leben im mittleren Weserraum zwischen Hehlen und Polle Von den Anfängen im 14. Jahrhundert bis zu seiner Vernichtung in der nationalsozialistischen Zeit ; ein Gedenkbuch“. Mitzkat, Holzminden, 2003. GBV
Autorenschaft:
B. Gelderblom, B. Schaller
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Israel Kornberg
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Kurzbiografie
Die von Prof. Berndt Schaller aus dem Hebräischen übersetzte Grabinschrift lautet:
Hier ruht
ein redlicher und aufrechter Mann.
Er wandelte redlich und arbeitete
gerecht,
er fürchtete Gott alle seine Tage.
Dies ist Asser, der Sohn des Ruben.
Er starb am Montag, den 24.Marche-
schwan
5647
TNZBH
Deutsche Inschrift:
Israel Kornberg
11. Oct. 1829 - 22. Nov. 1886
Quellennachweis:
B. Gelderblom, „Jüdisches Leben im mittleren Weserraum zwischen Hehlen und Polle Von den Anfängen im 14. Jahrhundert bis zu seiner Vernichtung in der nationalsozialistischen Zeit ; ein Gedenkbuch“. Mitzkat, Holzminden, 2003. GBV
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Jacob Kornberg
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Die von Prof. Berndt Schaller aus dem Hebräischen übersetzte Grabinschrift lautet:
Hier ruht
Ein redlicher und aufrechter Mann.
Er fürchtete Gott alle seine Tage.
Dies ist Jaakow Kornberg.
Er starb am 15. Aw
5661
TNZBH
Deutsche Inschrift:
Hier ruht in Gott
mein lieber Mann, unser lieber Vater
und Großvater
Jacob Kornberg
Geb. 18. Febr. 1818
Gest. 31. Juli 1900
Quellennachweis:
B. Gelderblom, „Jüdisches Leben im mittleren Weserraum zwischen Hehlen und Polle Von den Anfängen im 14. Jahrhundert bis zu seiner Vernichtung in der nationalsozialistischen Zeit ; ein Gedenkbuch“. Mitzkat, Holzminden, 2003. GBV
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Julius Kornberg
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Die deutsche Grabinschrift lautet:
Julius Kornberg
geb. 24.8.1864
gest. 20.1.1937
Quellennachweis:
B. Gelderblom, „Jüdisches Leben im mittleren Weserraum zwischen Hehlen und Polle Von den Anfängen im 14. Jahrhundert bis zu seiner Vernichtung in der nationalsozialistischen Zeit ; ein Gedenkbuch“. Mitzkat, Holzminden, 2003. GBV
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Henriette Kornberg
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Die von Prof. Berndt Schaller aus dem Hebräischen übersetzte Grabinschrift lautet:
Hier ruht
eine tüchtige, gottesfürchtige Frau,
Frau Jette, Tochter des Selig,
Witwe des Herrn Israel Kornberg.
Sie starb am Donnerstag, den 5. Adar
6674
TNZB
Deutsche Inschrift:
Hier ruht in Gott
unsere liebe Mutter
Henriette Kornberg
geb. Oppenheimer
geb. 18. Jan. 1841
gest. 3. März 1914
Quellennachweis:
B. Gelderblom, „Jüdisches Leben im mittleren Weserraum zwischen Hehlen und Polle Von den Anfängen im 14. Jahrhundert bis zu seiner Vernichtung in der nationalsozialistischen Zeit ; ein Gedenkbuch“. Mitzkat, Holzminden, 2003. GBV
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Selig Kornberg
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Die von Prof. Berndt Schaller aus dem Hebräischen übersetzte Grabinschrift lautet:
Hier ruht
ein Mann...
...
Er starb
56...
TNZBH
Deutsche Inschrift:
Hier ruht in Gott
Selig Kornberg
Geb. d. 16. Decem. 1783 (oder 1785)
Gest. d. 25. Janua. 1873
Quellennachweis:
B. Gelderblom, „Jüdisches Leben im mittleren Weserraum zwischen Hehlen und Polle Von den Anfängen im 14. Jahrhundert bis zu seiner Vernichtung in der nationalsozialistischen Zeit ; ein Gedenkbuch“. Mitzkat, Holzminden, 2003. GBV
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Hannchen Blancke
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Malchen Blancke
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Albert Meyer
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Die von Prof. Berndt Schaller aus dem Hebräischen übersetzte Grabinschrift lautet:
Hier ruht
ein redlicher und aufrechter Mann,
Aharon, der Sohn des Herrn
Schlomo Meir
Ha-Kohen. Er wurde geboren am 22.
Siwan 5613
und starb mit gutem Namen
am 23. Ellul 5669
TNZBH
Deutsche Inschrift:
Hier ruht in Gott
mein lieber
Mann, mein guter Vater
Albert Meyer
Geb. 28. Juni 1853
Gest. 8 Sept. 1909
Quellennachweis:
B. Gelderblom, „Jüdisches Leben im mittleren Weserraum zwischen Hehlen und Polle Von den Anfängen im 14. Jahrhundert bis zu seiner Vernichtung in der nationalsozialistischen Zeit ; ein Gedenkbuch“. Mitzkat, Holzminden, 2003. GBV
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B. Gelderblom, B. Schaller
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Ester Kornberg
Kurzinformation
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Die von Prof. Berndt Schaller aus dem Hebräischen übersetzte Grabinschrift lautet:
Hier ruht
die angesehene und bescheidene
und aufrechte Frau, Frau Esther,
die Ehefrau
des ehrenwerten Herrn, unseres Lehrers
und Meisters Ruben Kornberg.
Sie ging ein in ihre Ewigkeit
am Donnerstag,
den 24. Sivan und wurde begraben am
Sonntag,
den 27. Sivan 5623
TNZBH
Deutsche Inschrift:
Ester Kornberg
68 Jahre alt
gestorben d. 11. Juni 1863
Quellennachweis:
B. Gelderblom, „Jüdisches Leben im mittleren Weserraum zwischen Hehlen und Polle Von den Anfängen im 14. Jahrhundert bis zu seiner Vernichtung in der nationalsozialistischen Zeit ; ein Gedenkbuch“. Mitzkat, Holzminden, 2003. GBV
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B. Schaller, B. Gelderblom
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David Blancke
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Sophie Blancke
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Treinche bas Feiss
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Die von Prof. Berndt Schaller aus dem Hebräischen übersetzte Grabinschrift lautet:
Hier ist begraben · eine Frau, wohlgefällig und anmutig in den Augen aller, die sie sahen.
Sie war bedacht alle Zeit, Gutes zu tun den Armen ihres Volkes.
Ihre Hände streckte sie aus zum Spinnrocken, um ihre wunderbaren Werke zu erstellen.
Rechtschaffen war ihre Seele, zu gehen in Lauterkeit ihre Wege.
Laßt uns um sie Tränen vergießen, denn sie ging dahin in ihrer Jugend,
sie kam nieder, um zu gebären, und ihre Wehen überkamen sie. Sie ging ein in ihre Welt, um zu empfangen den Lohn ihrer Taten, die einsichtige Frau, die Herrin,
Frau Treinche, Tochter des geehrten
Herrn Herz – sein Andenken sei zum Segen – , die Frau des geehrten Herrn
Feiss – sein Fels und Erlöser <Ps 19,15> behüte ihn –. Die Sonne ging unter
und ihre Seele entschwand am Vorabend des heiligen Schabbat
dem Vorabend von Pessach des Jahres 562 nach kleiner Zählung.
Es sei ihre Seele eingebunden im Bündel des Lebens.
Die von Prof. Berndt Schaller abgeschriebene hebräische Grabinschrift lautet:
פ"נ
טובת חן ושכל בעיני כל רואיה
רצתה בכל עת להטיב עניי עמיה
ידיה שלחה בכישר להפליא מעשיה
ישרה נפשה להלך בתמימות דרכיה
נדרנה דמעה כי הלכה בנעוריה
ברעו ברכיה יליד ונהפכו צידיה
הלכה לעולמה לקבל שכר פעולתיה
האשה המשכלת הגבירה מרת
טריינכה בת כה' הירץ ז"ל אשת כה'
פייס יצ"ו השמש באה
ותצא נפשה ע"ש"ק
ערב פסח תקס"ב לפק
תנצב"ה
Quellennachweis:
B. Gelderblom und B. Schaller, „Die Juden von Hameln Von ihren Anfängen im 13. Jahrhundert bis zu ihrer Vernichtung durch das NS-Regime ; Anhang: Dokumentation der Grabsteine des jüdischen Friedhofs, erstellt von Berndt Schaller ...“. Verlag Jörg Mitzkat, Holzminden, 2011. GBV
Autorenschaft:
B. Schaller, B. Gelderblom
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Herz Berendt
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Die von Prof. Berndt Schaller aus dem Hebräischen übersetzte Grabinschrift lautet:
Hier ist geborgen
ein Mann. angesehen und aufrecht, guten Herzens, der ehrenwerte, teure Mann Naphtali, Sohn des ehrenwerten Herrn, Herr Seev, genannt von
jedermann Herz
Berendt. Er verschied am Tag 2,
dem 2. des Monatsanfangs Ijjar und wurde begraben am Tag
6, dem Vorabend des heiligen Schabbat, dem 8. des genannten Monats des Jahres 623
nach kleiner Zählung.
Es sei seine Seele eingebunden im Bündel des Lebens.
Die deutsche Inschrift auf der Rückseite des Grabsteins lautet:
Herz Berendt
geb. d. 15. October 1796
gest. d. 20. April 1863
Die von Prof. Berndt Schaller abgeschriebene hebräische Grabinschrift lautet:
פ ט
איש חשוב וישר לב טוב
כה נפתלי בן כהרר זיב
הנקרא בכל אדם הערץ
בעהרענדט נפטר ביום ב
ב של רח אייר ונקבר ביום
ו עשק ח הנל השנת תרכג
לפ״ק
תנצב״ה
Quellennachweis:
B. Gelderblom und B. Schaller, „Die Juden von Hameln Von ihren Anfängen im 13. Jahrhundert bis zu ihrer Vernichtung durch das NS-Regime ; Anhang: Dokumentation der Grabsteine des jüdischen Friedhofs, erstellt von Berndt Schaller ...“. Verlag Jörg Mitzkat, Holzminden, 2011. GBV
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B. Schaller, B. Gelderblom
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Schönche Charlotte Berendt
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Die von Prof. Berndt Schaller aus dem Hebräischen übersetzte Grabinschrift lautet:
Hier ist geborgen
die bescheidene Frau, Frau
Schönche, die Frau des ehrenwerten Herrn Dov,
genannt Berendt. Sie ging ein in ihre Welt am Tag 4 ,
dem 20. Kislew, und wurde begraben am Tag 1,
dem 24. in demselben des Jahres 614 nach kleiner Zählung.
Es sei ihre Seele eingebunden im Bündel des Lebens.
Die deutsche Inschrift auf der Rückseite des Grabsteins lautet:
Ihrer guten Mutter
Charl. Berendt geb. Goldshmidt
gest. d. 21. Decemb. 1854
gewidmet von Ihren
dankbaren Kindern.
Herz Berendt. u. Riecke Frank.
geborene Berendt.
Die von Prof. Berndt Schaller abgeschriebene hebräische Grabinschrift lautet:
פ׳ ט׳
האשה הצנועה מרת
שיינכה אשת כה׳ דוב
המכונה בערעדט
הלכה לעולמה ביו׳ ד׳
כ׳ כסליו ונקברה ביו׳ א׳
כ״ד בו שנת תר״יד לפ״ק
תנצבה
Quellennachweis:
B. Gelderblom und B. Schaller, „Die Juden von Hameln Von ihren Anfängen im 13. Jahrhundert bis zu ihrer Vernichtung durch das NS-Regime ; Anhang: Dokumentation der Grabsteine des jüdischen Friedhofs, erstellt von Berndt Schaller ...“. Verlag Jörg Mitzkat, Holzminden, 2011. GBV
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Jakob ben Herz Detmold
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Die von Prof. Berndt Schaller aus dem Hebräischen übersetzte Grabinschrift lautet:
Hier ist begraben
ein Jüngling aus dem Volk zart an Jahren <Midrasch Bereschit R 90,3>, jung und (doch) weise <bTKidduschin<br />
32b>, gut und lieblich in seinen Taten. Gute Tat war es. Er wandelte in seiner Unschuld.
Er schlug Zelte auf im Haus des Buches,
lernte bei Tag und bei Nacht beständig, tränkte seine Seele mit der Tora und verstand
Wort für Wort. Wehe über diese Schönheit, die in der Erde vergeht <bTBerakhot 5b>. Das ist
der liebenswerte Junggeselle, der ehrenwerte Jaakov, der Sohn
des geachteten, ehrenwerten Herrn, unseres Meisters Herr Herz Detmolt
er möge leben. Er ging in seine Ruhe ein am Monatsanfang des Adar
527 nach kleiner Zählung.
Es sei seine Seele eingebunden im Bündel des Lebens.
Die von Prof. Berndt Schaller abgeschriebene hebräische Grabinschrift lautet:
פ' נ'
בחור מעם דך בשנים
יניק וחכים ט[וב ו]נאה במעשיו
מעשה ה' טוב הלך לתומו
יושב אהלים בבית הספר
למד יומם וליל[ה] בדריך
השקה נפשו בתורה והבין
דבר מתוך דבר חבל על האי
שופוא דבלע בארעא היה
הביח הנחמד כי יעקב בן
היקר בחרר הירץ דעטמאלט
ש"י הלך למנוחתו בריח אדר
תקכ"ז לפ"ק
תנצב"ה לפ"ק
Quellennachweis:
B. Gelderblom, „Der jüdische Friedhof in Hameln“. Albert-Einstein-Gymnasium Hameln, Hameln, 1988. GBV
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Ulricke Goldschmidt
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Die von Prof. Berndt Schaller aus dem Hebräischen übersetzte Grabinschrift lautet:
Hier ist begraben
eine Frau, angesehen und aufrecht, Frau
Olk, die Tochter von Behrmann, genannt Behrens, die Frau des .… Goldschmid.
Sie starb [im guten Namen … am .… 6]42
nach kleiner Zählung.
Es sei ihre Seele eingebunden im Bündel des Lebens.
Die deutsche Inschrift auf der Rückseite des Grabsteins lautet:
Hier ruhet
Ulricke Goldschmidt
geb. Behrens.
geb. 14. Febr. 1798
gest. 13. April 1882
Die von Prof. Berndt Schaller abgeschriebene hebräische Grabinschrift lautet:
פ נ
אשה חשובה ויקרה מרת
אלק ב׳ בערמאן המכונה
בערענ[ז] אשת .... [גולד]שמיד
מתה [בשם טוב .... תר]נב
לפ׳ק
תנצב״ה
Quellennachweis:
B. Gelderblom und B. Schaller, „Die Juden von Hameln Von ihren Anfängen im 13. Jahrhundert bis zu ihrer Vernichtung durch das NS-Regime ; Anhang: Dokumentation der Grabsteine des jüdischen Friedhofs, erstellt von Berndt Schaller ...“. Verlag Jörg Mitzkat, Holzminden, 2011. GBV
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B. Schaller, B. Gelderblom
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Abraham ben Herz
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Die von Prof. Berndt Schaller aus dem Hebräischen übersetzte Grabinschrift lautet:
Hier ist begraben
Dich erwählte dein Gott <Dtn 7,6>,
damit er sich freue an deiner Seele
bei der Auferweckung der Toten, um dich zu beleben
der Jüngling, der [ehrenwerte Avraha]m, der Sohn des ehrenwerten Herrn, unseres Meisters
Herz sein Andenken sei zum Segen . [Er verschied und wurde be]graben am Tag
6, am Vorabend des heiligen Schabbat…530 nach kleiner Zählung.
Ruhe und [stehe auf zu deinem Erbteil am Ende der Tage.<Dan 12,13>Es sei] seine Seele eingebunden im Bündel des Lebens
mit den übrigen [Gerechten im Garten Eden]. Amen.
Die von Prof. Berndt Schaller abgeschriebene hebräische Grabinschrift lautet:
פ‘ נ‘
בך בחר אלהיך
להשתעשע בנשמתך
בתחיית המתים להחיותך
הבחור [ב אברה]ם בן כחהרר
הערץ ז"ל [נפטר ונ]קבר ביום
ו‘ שק[ע...] תיקל‘ לפ"ק
תיו[יל‘יל‘ה ת] נצבה
עיש[צבגע] אמן
Quellennachweis:
B. Gelderblom und B. Schaller, „Die Juden von Hameln Von ihren Anfängen im 13. Jahrhundert bis zu ihrer Vernichtung durch das NS-Regime ; Anhang: Dokumentation der Grabsteine des jüdischen Friedhofs, erstellt von Berndt Schaller ...“. Verlag Jörg Mitzkat, Holzminden, 2011. GBV
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Adolf Frank
Kurzinformation
Kurzbiografie
Die von Prof. Berndt Schaller aus dem Hebräischen übersetzte Grabinschrift lautet:
Hier ist geborgen
ein aufrechter und lauterer Mann,
der ehrenwerte Herr Avraham, Sohn des ehrenwerten Herrn
Jaakov Frank.
Er starb in der Blüte seiner Tage
am Tag 3, dem 6. Schevat
und wurde begraben mit gutem Namen (bTBerakhot17a)
am Tag 6, dem Vorabend des heiligen Schabbat, dem 9. des genannten Monats
des Jahres 632 nach kleiner Zählung.
Es sei seine Seele eingebunden im Bündel des Lebens.
Die deutsche Inschrift auf der Rückseite des Grabsteins lautet:
Adolf Frank
geb. in Pattensen 21. Dec. 1832
gest. in Hameln 16. Jan. 1872
Er ruhe in Frieden.
Die von Prof. Berndt Schaller abgeschriebene hebräische Grabinschrift lautet:
פ ט
איש ישר ותמים
כה אברהם בכ׳׳ה
יעקב פראנק
מת בדמי ימיו
ביום ג׳ ן שבט
ונקבר בשם טוב
יום ו׳ עשק ט׳ הנ׳ל
שנת תרלב לפ׳ק
תנצב׳׳ה
Quellennachweis:
B. Gelderblom und B. Schaller, „Die Juden von Hameln Von ihren Anfängen im 13. Jahrhundert bis zu ihrer Vernichtung durch das NS-Regime ; Anhang: Dokumentation der Grabsteine des jüdischen Friedhofs, erstellt von Berndt Schaller ...“. Verlag Jörg Mitzkat, Holzminden, 2011. GBV
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Philipp Beyfus Feiber Phlipsthal
Kurzinformation
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Die von Prof. Berndt Schaller aus dem Hebräischen übersetzte Grabinschrift lautet:
Hier ist begraben
ein aufrechter Mann unter den Wohltätern.
Er ging den Weg der Guten
Meschulam, genannt Feiss,
der Sohn es ehrenwerten Herrn Jehoschua,
genannt Feiber. Er verschied am Tag 6, dem Vorabend des heiligen Schabbat, dem 8. Adar
582 nach kleiner Zählung. Seine Seele sei eingebunden im Bündel des Lebens.
Die von Prof. Berndt Schaller abgeschriebene hebräische Grabinschrift lautet:
פ"נ
איש הישר בנדיבים
הלך בדרך טובים
משולם המכונה פייס
בן כה יהושע המכוני פייבר
נפטר ביום ו' עשק ח אדר
תקפב לפק
תנצב"ה
Quellennachweis:
B. Gelderblom und B. Schaller, „Die Juden von Hameln Von ihren Anfängen im 13. Jahrhundert bis zu ihrer Vernichtung durch das NS-Regime ; Anhang: Dokumentation der Grabsteine des jüdischen Friedhofs, erstellt von Berndt Schaller ...“. Verlag Jörg Mitzkat, Holzminden, 2011. GBV
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Bela bas Herz Joseph Detmold
Kurzinformation
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Die von Prof. Berndt Schaller aus dem Hebräischen übersetzte Grabinschrift lautet:
Hier ist begraben
eine angesehene Frau,
und die gepriesene, schön und lauter
in ihren Werken in Aufrichtigkeit, Frau Bela, Frau
des Angesehenen [Joseph Herz Det]mold.
Sie ging in ihre Welt und starb am Tag 6, dem 26. Ijjar und wurde begraben Tag 1,
dem 28. Ijjar 549 nach kleiner Zählung. Es sei ihre Seele eingebunden im Bündel des Lebens
mit den gerechten Frauen im Garten Eden.
Amen. Sela.
Die von Prof. Berndt Schaller abgeschriebene hebräische Grabinschrift lautet:
פ"נ
אהש חשובה
והמהוללה נאה וישר"
במעשיה בתמימה
[מ]רת בילה אשת
הקצין [יוסף הירץ דעט]מולך
שהלכה ל[עולמה ונפטר[ת] ביום
וי"ו כ'ו אייר ונקברת ביום א'
כ"ח אייר תקמט ל" תנצב"ה
עם הצדקניות בג"ע
א'ס
Quellennachweis:
B. Gelderblom und B. Schaller, „Die Juden von Hameln Von ihren Anfängen im 13. Jahrhundert bis zu ihrer Vernichtung durch das NS-Regime ; Anhang: Dokumentation der Grabsteine des jüdischen Friedhofs, erstellt von Berndt Schaller ...“. Verlag Jörg Mitzkat, Holzminden, 2011. GBV
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B. Schaller, B. Gelderblom
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Friederike Leszynsky
Kurzinformation
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Die von Prof. Berndt Schaller aus dem Hebräischen übersetzte Grabinschrift lautet:
Hier ist begraben die angesehene Frau, Frau
Fradche Gattin des Herrn Jehoschua
Leszynsky ha-Levi. Sie starb
am Tag 3,dem 3. Nissan und sie wurde begraben mit grosser Ehre am Tag 6, dem Vortag des heiligen Schabbat,
am 6. des genannten Monats im Jahr 636 nach kleiner Zählung.
Es sei ihre Seele eingebunden im Bündel des Lebens.
Die deutsche Inschrift auf der Rückseite des Grabsteins lautet:
Friederike Leszynsky
geb. Adler
gestorben im 61 Jahre
ihres thätigen Lebens
am 28 März 1876.
Die von Prof. Berndt Schaller abgeschriebene hebräische Grabinschrift lautet:
פ"נ
האשה החשובה מרת
פראדכה אשת ר' יהושע
לעזעינזכיא הלוי מתה
ביום ג' ג ניסן ונקברת
בכבוד גדול ביום ו עשק
ו הנל שנת תרלו לפק
תנצב"ה
Quellennachweis:
B. Gelderblom und B. Schaller, „Die Juden von Hameln Von ihren Anfängen im 13. Jahrhundert bis zu ihrer Vernichtung durch das NS-Regime ; Anhang: Dokumentation der Grabsteine des jüdischen Friedhofs, erstellt von Berndt Schaller ...“. Verlag Jörg Mitzkat, Holzminden, 2011. GBV
Autorenschaft:
B. Gelderblom, B. Schaller
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Elieser David Adler
Kurzinformation
Kurzbiografie
Die von Prof. Berndt Schaller aus dem Hebräischen übersetzte Grabinschrift lautet:
Hier ist begraben
ein Mann, lauter und aufrecht. Er wandelte in Lauterkeit
und handelte gerecht, er fürchtete seinen Gott all
seine Tage. Das ist der geachtete, ehrenwerte Herr Elieser,
genannt Leser. Er starb im hohem und gesegneten
Alter am Tag 5, dem 14. Adar II, und wurde begraben
in gutem Ruf am Tag 6, dem Vorabend des heiligen Schabbat, und dies war
„Schuschan Purim“, 603 nach kleiner Zählung.
Es sei seine Seele eingebunden im Bündel des Lebens.
Die deutsche Inschrift auf der Rückseite des Grabsteins lautet:
Leser David
Adler
1843
Die von Prof. Berndt Schaller abgeschriebene hebräische Grabinschrift lautet:
פ"נ
איש תם נישר הלך תמים
ופועל צדק ירא אלהיו כל
ימיו ה ה היקר כ"ח אליעזר
המכונה ליזר מת בזקנה ושיבה
טובה ביום ה יד אדר [ב] ונקבר
בשם טוב ביום ו עש"ק והוא
שושן פורים תרג לפק
תנצבה
Quellennachweis:
B. Gelderblom und B. Schaller, „Die Juden von Hameln Von ihren Anfängen im 13. Jahrhundert bis zu ihrer Vernichtung durch das NS-Regime ; Anhang: Dokumentation der Grabsteine des jüdischen Friedhofs, erstellt von Berndt Schaller ...“. Verlag Jörg Mitzkat, Holzminden, 2011. GBV
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Bertha Adler
Kurzinformation
Kurzbiografie
Die von Prof. Berndt Schaller aus dem Hebräischen übersetzte Grabinschrift lautet:
Hier ist geborgen
die Frau, die teure und liebenwerte,
Breine, Gattin des ehrenwerten Herrn Leiser
David. Sie ging hin in ihre Welt <Koh 12,5>
am Tag 6, dem Vorabend des heiligen Schabbat, dem 18. Siwan
und wurde begraben am Tag 2, dem 2. Tammus
im Jahr 613 nach kleiner Zählung.
Es sei ihre Seele eingebunden im Bündel des Lebens.
Die deutsche Inschrift auf der Rückseite des Grabsteins lautet:
Bertha Leser David
Adler
Die von Prof. Berndt Schaller abgeschriebene hebräische Grabinschrift lautet:
פ"ט
האשה היקרה החמדה
בריינה אשת כ"ה ליזר
דוד הלכה לעולמה
ביום ו' עשק יח סיון
ונקברה יום ב' ב תמוז
בשנת [תריג] לפק
תנצב"ה
Quellennachweis:
B. Gelderblom und B. Schaller, „Die Juden von Hameln Von ihren Anfängen im 13. Jahrhundert bis zu ihrer Vernichtung durch das NS-Regime ; Anhang: Dokumentation der Grabsteine des jüdischen Friedhofs, erstellt von Berndt Schaller ...“. Verlag Jörg Mitzkat, Holzminden, 2011. GBV
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Michel Adler
Kurzinformation
Kurzbiografie
Die von Prof. Berndt Schaller aus dem Hebräischen übersetzte Grabinschrift lautet:
Hier ist begraben
ein Mann aufrecht, den Himmel fürchtend,
der Chaver Herr Leiser.
Er ging ein in seine Welt <Koh 12,5> am Tag 1,
dem 3. Av und wurde begraben am Tag 3,
dem 5. des genannten Monats des Jahres 647.
Es sei seine Seele eingebunden im Bündel des Lebens.
Die deutsche Inschrift auf der Rückseite des Grabsteins lautet:
Hier ruht in Gott
Michel Adler
Die von Prof. Berndt Schaller abgeschriebene hebräische Grabinschrift lautet:
פ״נ
איש ישר ירא שמים
הח״ר רבי ליזר
״הלך לעולמו ביום א
ג' אב ונקבר ביום ג
ה' חנ״ל שנת תרמז
תנצב״ה
Quellennachweis:
B. Gelderblom und B. Schaller, „Die Juden von Hameln Von ihren Anfängen im 13. Jahrhundert bis zu ihrer Vernichtung durch das NS-Regime ; Anhang: Dokumentation der Grabsteine des jüdischen Friedhofs, erstellt von Berndt Schaller ...“. Verlag Jörg Mitzkat, Holzminden, 2011. GBV
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Hanne Oppenheimer
Kurzinformation
Kurzbiografie
Die von Prof. Berndt Schaller aus dem Hebräischen übersetzte Grabinschrift lautet:
Hier ist begraben
eine tüchtige Gattin, Frau
Frau Channa, Tochter des Herrn Schlomo aus Gleisdorf, Frau des Herrn
Joseph Oppenheimer in der heiligen Gemeinde
Hameln. Züchtig war sie
wie Devora. Ihre Taten waren angenehm.
Sie stieg auf in die Höhe der Geborgenheit alle ihre Tage wandelte sie auf geradem
Weg am Tag 3, dem 23. Schevat 604 nach kleiner Zählung. Und sie wurde begraben am 6. Tag, dem Vorabend des heiligen Schabbat (der Parascha) „Rechte“.
Die deutsche Inschrift auf der Rückseite des Grabsteins lautet:
Hier ruht
Hanne
Oppenheimer
Die von Prof. Berndt Schaller abgeschriebene hebräische Grabinschrift lautet:
פ"נ
אשת חיל מרת
מרת חנה בת ר' שלומו
מגלייזדארף אשת ר'
יוסף אפפענההיימער לק"ק
האמעלן צנועה היתה
כדבודה מעשיה חיו נעימה
היא עלתה לדום חביון
כל ימיו הלכה בדרך
ישרה ביום ג' שבט תרד
לפ"ק ונקברת ביום ו' עש"ק לפ"ק
משפטים
Quellennachweis:
B. Gelderblom und B. Schaller, „Die Juden von Hameln Von ihren Anfängen im 13. Jahrhundert bis zu ihrer Vernichtung durch das NS-Regime ; Anhang: Dokumentation der Grabsteine des jüdischen Friedhofs, erstellt von Berndt Schaller ...“. Verlag Jörg Mitzkat, Holzminden, 2011. GBV
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Bertha Adler
Kurzinformation
Kurzbiografie
Die von Prof. Berndt Schaller aus dem Hebräischen übersetzte Grabinschrift lautet:
Hier ist geborgen
ein Mädchen, jung und lieblich, Frau
Breine, Tochter des ehrenwerten Herrn Jizchak Adler.
Sie starb am Tag 3, den 28. des Adar I
und es weinten ihr nach ihr Vater und ihre Mutter und ihre
Verwandten und alle, die ihre Güte kannten. Und sie kehrte zurück
zu ihrer Erde <Ps 146,4> am Tag 6, dem Vorabend des heiligen Schabbat, am Monatsanfang
des Adar II im Jahr 627 nach kleiner Zählung.
Es sei ihre Seele eingebunden im Bündel des Lebens.
Die von Prof. Berndt Schaller abgeschriebene hebräische Grabinschrift lautet:
פ ט
נערה בתולה וחמודה מרת
ברינה בת כ'ה יצחק אדלער
מתה ביום ג' כח אדר ראשון
ויבך אחריה אביה ואמה ואת
קרוביה וכל מכירי טובה וחשב
אל אדמתה ביום ו' עשק ב'רח
אדר שני בשנת תרכז לפק
תנצב"ה
Quellennachweis:
B. Gelderblom und B. Schaller, „Die Juden von Hameln Von ihren Anfängen im 13. Jahrhundert bis zu ihrer Vernichtung durch das NS-Regime ; Anhang: Dokumentation der Grabsteine des jüdischen Friedhofs, erstellt von Berndt Schaller ...“. Verlag Jörg Mitzkat, Holzminden, 2011. GBV
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Daniel Adler
Kurzinformation
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Die von Prof. Berndt Schaller aus dem Hebräischen übersetzte Grabinschrift lautet:
Hier ist begraben
das Kind, jung an Jahren, der Jüngling
Daniel, der Sohn des ehrenwerten Herrn Jizchak. Er starb
am 5. Av des Jahres 614
nach kleiner Zählung.
Es sei seine Seele eingebunden im Bündel des Lebens.
Die von Prof. Berndt Schaller abgeschriebene hebräische Grabinschrift lautet:
פ׳נ׳
הילד הרך בשנים הב׳יח
דניאל בן כ׳ה יצחק מת
י׳ ה׳ אב שנת תרי׳ד
לפ׳ק
תנצב׳ה
Quellennachweis:
B. Gelderblom und B. Schaller, „Die Juden von Hameln Von ihren Anfängen im 13. Jahrhundert bis zu ihrer Vernichtung durch das NS-Regime ; Anhang: Dokumentation der Grabsteine des jüdischen Friedhofs, erstellt von Berndt Schaller ...“. Verlag Jörg Mitzkat, Holzminden, 2011. GBV
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Cäcilie Adler
Kurzinformation
Kurzbiografie
Die von Prof. Berndt Schaller aus dem Hebräischen übersetzte Grabinschrift lautet:
Hier ist begraben
die angesehene Frau Frau
Cäecilie Adler.
Sie starb am Tag 2, dem 3. Tischri,
und wurde begraben am Tag 4, dem 5. desselben Monats
des Jahres [659] nach kleiner Zählung.
Es sein ihre Seele eingebunden im Bündel des Lebens.
Die deutsche Inschrift auf der Rückseite des Grabsteins lautet:
Hier ruht in Gott
Frau
Cäcilie Adler
geb. Adler
aus Lüdenhausen
gest. 19. Sept. 1898
im Alter von 88 Jahren
Die von Prof. Berndt Schaller abgeschriebene hebräische Grabinschrift lautet:
פ"נ
האשה החשובה מרת
צעצילע אדלער
נפטרה ביום ב' ג תשרי
ונקברה ביום ד' [ה] בו
שנת [תרנט] לפ"ק
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Louise Adler
Kurzinformation
Kurzbiografie
Die von Prof. Berndt Schaller aus dem Hebräischen übersetzte Grabinschrift lautet:
Hier ist begraben
Sara Adler, [Tochter] [sic!] des Jaakov
Adler. Sie starb am Tag
des heiligen Schabbat, dem 9. Tevet
des Jahres 638.
Es sei ihre Seele eingebunden im Bündel des Lebens.
Die deutsche Inschrift auf der Rückseite des Grabsteins lautet:
Luise Adler.
Die von Prof. Berndt Schaller abgeschriebene hebräische Grabinschrift lautet:
פ נון
שרה אדלער יעקב
אדלער מתה ביום
שבת קדש ט טבת
שנת תרלח
תנצב"ה
Quellennachweis:
B. Gelderblom und B. Schaller, „Die Juden von Hameln Von ihren Anfängen im 13. Jahrhundert bis zu ihrer Vernichtung durch das NS-Regime ; Anhang: Dokumentation der Grabsteine des jüdischen Friedhofs, erstellt von Berndt Schaller ...“. Verlag Jörg Mitzkat, Holzminden, 2011. GBV
Autorenschaft:
B. Schaller, B. Gelderblom
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Uwe von Seltmann
Kurzinformation
Kurzbiografie
Das Festjahr in Niedersachsen im Rückblick
Der Autor, Filmemacher und Musikethnologe Uwe von Seltmann berichtet am 30. Oktober 2021 in einem multimedialen Vortrag, wie sich jiddische Sprache und Lebenshaltung musikalisch artikulieren. Er erzählt anhand von Hörbeispielen, Fotos, Faksimiles und Filmausschnitten u.a. über den „Vater des jiddischen Liedes,“ Mordechai Gebirtig und andere Protagonisten, die die jiddische Kultur maßgeblich prägten. Gebirtig wurde 1942 im Krakauer Ghetto von Nationalsozialisten ermordet. Seine Lieder sind ein bedeutendes Zeugnis jüdisch-europäischer Kultur und werden weltweit von namhaften Künstler*innen interpretiert. Die Protestlieder haben angesichts des wachsenden Antisemitismus ihre Relevanz und Aktualität behalten. Mit Bildmaterial und Zeitzeugnissen erschließt von Seltmann die Rolle Gebirtigs und anderer Kulturschaffender im Krakauer Kulturleben, das Netzwerk, ihren Zorn, ihr Leiden an Demütigungen aller Art, aber auch ihre Würde.
Quellennachweis:
„Eintausendsiebenhundert Jahre jüdisches Leben in Deutschland - Projekte zum Festjahr aus Niedersachsen“. Niedersächsischer Landesbeauftragter gegen Antisemitismus und für den Schutz jüdischen Lebens, Hannover, 2021. GBV
Autorenschaft:
Niedersächsische*r Landesbeauftragte*r gegen Antisemitismus und für den Schutz jüdischen Lebens
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Seltmann, Lothar von (geb. 1943)
Seltmann, Lothar von (geb. 1943)
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Stella Jürgensen
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Das Festjahr in Niedersachsen im Rückblick
Der deutsche Volksdichter Heine und der griechische Komponist Manos Hadjidakis haben mehr Gemeinsamkeiten, als man denkt: Beide waren Exilanten, Kosmopoliten und überzeugte Europäer. Heine machte aus der Alltagssprache Lyrik. Hadjidakis führte Rembetiko, „den politischen Blues Griechenlands“ in die zeitgenössische Kultur ein. Heines Texte und Hadjidakis’ Lieder sind in unzählige Sprachen übersetzt. Einen multilingualen Ansatz verfolgt auch das Ensembe „Stella‘s Morgenstern“ mit seinen Heine-Vertonungen. Die Herkunft der Musiker*innen reicht von Deutschland über Chile und Zypern, Ägypten bis nach Israel. Dazu mischen sie unterschiedlichste Stile, denn sie denken ihre Musik jenseits nationaler Grenzen und Nationalstaaten. Die Sängerinnen Gwen Leo-Allen (GB/DE) und Stella Tzianiou (GR/DE) haben sich intensiv mit Hadjidakis‘ Werk auseinandergesetzt und kooperieren erstmals mit Stella‘s Morgenstern. In der Begegnung mit Heine und Hadjidakis beziehen die Musiker am 20. November 2021 klar Position für Europa, gegen Ausgrenzung und Rassismus. Für dieses Konzerterlebnis werden erstmals Lieder von Hadjidakis auf Jiddisch uraufgeführt, die jiddischen Übersetzungen hat Daniel Kahn extra für diesen Anlass verfasst. Außerdem werden Heine und Hadjidakis auf Hebräisch, Deutsch, Englisch, Griechisch, Türkisch, Spanisch und natürlich auf Jiddisch gesungen.
Quellennachweis:
„Eintausendsiebenhundert Jahre jüdisches Leben in Deutschland - Projekte zum Festjahr aus Niedersachsen“. Niedersächsischer Landesbeauftragter gegen Antisemitismus und für den Schutz jüdischen Lebens, Hannover, 2021. GBV
Autorenschaft:
Niedersächsische*r Landesbeauftragte*r gegen Antisemitismus und für den Schutz jüdischen Lebens
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Der deutsche Volksdichter Heine und der griechische Komponist Manos Hadjidakis haben mehr Gemeinsamkeiten, als man denkt: Beide waren Exilanten, Kosmopoliten und überzeugte Europäer. Heine machte aus der Alltagssprache Lyrik. Hadjidakis führte Rembetiko, „den politischen Blues Griechenlands“ in die zeitgenössische Kultur ein. Heines Texte und Hadjidakis’ Lieder sind in unzählige Sprachen übersetzt. Einen multilingualen Ansatz verfolgt auch das Ensembe „Stella‘s Morgenstern“ mit seinen Heine-Vertonungen. Die Herkunft der Musiker*innen reicht von Deutschland über Chile und Zypern, Ägypten bis nach Israel. Dazu mischen sie unterschiedlichste Stile, denn sie denken ihre Musik jenseits nationaler Grenzen und Nationalstaaten. Die Sängerinnen Gwen Leo-Allen (GB/DE) und Stella Tzianiou (GR/DE) haben sich intensiv mit Hadjidakis‘ Werk auseinandergesetzt und kooperieren erstmals mit Stella‘s Morgenstern. In der Begegnung mit Heine und Hadjidakis beziehen die Musiker am 20. November 2021 klar Position für Europa, gegen Ausgrenzung und Rassismus. Für dieses Konzerterlebnis werden erstmals Lieder von Hadjidakis auf Jiddisch uraufgeführt, die jiddischen Übersetzungen hat Daniel Kahn extra für diesen Anlass verfasst. Außerdem werden Heine und Hadjidakis auf Hebräisch, Deutsch, Englisch, Griechisch, Türkisch, Spanisch und natürlich auf Jiddisch gesungen.
Quellennachweis:
„Eintausendsiebenhundert Jahre jüdisches Leben in Deutschland - Projekte zum Festjahr aus Niedersachsen“. Niedersächsischer Landesbeauftragter gegen Antisemitismus und für den Schutz jüdischen Lebens, Hannover, 2021. GBV
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Direktor der Villa Seligmann
Das Festjahr in Niedersachsen im Rückblick
Intendantin Laura Berman von der Staatsoper Hannover erklärt: Im Mittelpunkt der jüdischen Religion steht das Leben – und alles, was dazugehört: Wie leben wir miteinander? Was ist uns wichtig? Wie verhalten wir uns? Durch das Leben in der Diaspora ist die Frage nach jüdischer Kultur sehr komplex. Wir wollen Einblicke in die breitgefächerte jüdische Kultur geben, insbesondere in die Musik. Dabei sollen brisante Themen nicht ausgeklammert werden, da nach jüdischer Tradition Erkenntnis aus dem respektvollen Streitgespräch entsteht. Wir wollen über Integration und Identität diskutieren, denn Fragen zu Gemeinschaft und Assimilation sind immer wichtig.
Eliah Sakakushev-von Bismarck, Geschäftsführender Direktor der Villa Seligmann, fügt hinzu: Im Jubiläumsjahr kommen wir zusammen, um ein neues, zeitgemäßes Bewusstsein für das Judentum zu schaffen und das Wissen über den jüdischen Teil unserer Geschichte – insbesondere jenseits der Shoah – zu fördern und zu vertiefen. Wir wollen jüdische Kultur erlebbar und greifbar machen und diese Erfahrungen mit dem Menschen unserer Stadt und Region teilen.
Den Auftakt macht die Podiumsdiskussion am 16. Mai 2021 zum Thema „Zwischen Assimilation und Koexistenz“ in der Villa Seligmann. Das Gespräch nimmt sich dem schwierigen Verhältnis zwischen Assimilation (der selbstgewählten wie der erzwungenen Anpassung einer Community an die sie umgebende Gesellschaft) und Koexistenz (dem Beharren einer solchen Community auf ihrer kulturellen Eigenständigkeit) an. Geladen sind der Dichter und Essayist Dr. Max Czollek, spätestens seit seiner Streitschrift „Desintegriert euch!“ einer der bekanntesten Denker seiner Generation in Deutschland, der Diplomat und Jurist Dr. Felix Klein, seit 2018 Beauftragter der Bundesregierung für jüdisches Leben in Deutschland, sowie Eliah Sakakushev-von Bismarck, Direktor der Villa Seligmann, und Laura Berman, Intendantin der Staatsoper Hannover. Ein musikalisches Programm mit Mitwirkenden der Staatsoper umrahmt das von der Journalistin und Autorin Shelly Kupferberg moderierte Gespräch.
Quellennachweis:
„Eintausendsiebenhundert Jahre jüdisches Leben in Deutschland - Projekte zum Festjahr aus Niedersachsen“. Niedersächsischer Landesbeauftragter gegen Antisemitismus und für den Schutz jüdischen Lebens, Hannover, 2021. GBV
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