Erscheinungsformen heute
Wie sich israelbezogener Antisemitismus in der Gegenwart zeigt
Israelbezogener Antisemitismus zeigt sich heute oft in codierten Aussagen, Parolen oder Verschwörungsnarrativen – etwa auf Demonstrationen, in sozialen Medien, in Klassenzimmern oder Alltagsgesprächen.
Diese Seite macht aktuelle Erscheinungsformen sichtbar, erklärt typische Erzählmuster und räumt mit verbreiteten Mythen auf. Sie soll helfen, problematische Aussagen besser zu erkennen und einzuordnen – auch dann, wenn sie nicht offen als antisemitisch erscheinen.
- In ihrem Beitrag "Angriffe auf Erinnerung" analysiert die Amadeu Antonio Stiftung, wie antizionistische Parolen häufig mit einer Ablehnung der deutschen Erinnerungskultur verknüpft sind.
- Die taz beleuchtet die Hintergründe und den Bezug zur deutschen Erinnerungskultur und erklärt, weshalb die Parole "Free Palestine from German Guilt" als antisemitisch eingestuft wird: "Free Palestine from German Guilt" - Der Antisemitismus der Progressiven.
- Der Beitrag "Es muss auch mal Schluss sein." auf nichts-gegen-juden.de thematisiert die weit verbreitete Sehnsucht nach einem Schlussstrich unter die deutsche NS-Vergangenheit und zeigt, wie diese Haltung in aktuellen Narrativen des israelbezogenen Antisemitismus wieder auftaucht.
- Im Antisemitismus Glossar der Bundeszentrale für politische Bildung sind unter anderem die Begriffe "Kollektivschuld" und "Post-Shoah-Antisemitismus" erklärt.
- Die Jüdische Allgemeine berichtet über die Ergebnisse des Religionsmonitors 2023: "Jeder dritte Europäer vergleicht Israelis mit Nazis im Dritten Reich" – ein Beispiel dafür, wie verbreitet Holocaustvergleiche in der Kritik an Israel sind und warum solche Vergleiche als Form israelbezogenen Antisemitismus gelten.
- Der Beitrag "Die Zionisten sind die Nazis von heute" auf nichts-gegen-juden.de analysiert, warum solche Aussagen keine legitime Kritik darstellen, sondern klassische antisemitische Muster wie Täter-Opfer-Umkehr und NS-Vergleiche reproduzieren.
- Im Antisemitismus Glossar der Bundeszentrale für politische Bildung wird die "Ritualmordlegende" erläutert.
- Auf antisemitismus.wtf wird unter dem Artikel "Kindermörder Israel" erklärt, wie die Parole eine moderne Variante der Ritualmordlegende darstellt und historische antisemitische Stereotype auf den Staat Israel überträgt.
- Auf dem Portal An allem Schuld wird erklärt, wie die alte Vorstellung vom "dämonischen Juden" bis heute fortlebt und sich in modernen Feindbildern gegenüber Israel widerspiegelt.
- Der Beitrag "Israel muss boykottiert werden" auf nichts-gegen-juden.de erklärt, wie Boykottforderungen gegen Israel argumentativ begründet werden und warum sie häufig antisemitische Stereotype und Doppelstandards enthalten.
- Alex Feuerherdt und Florian Markl beleuchten in ihrem Buch "Die Israel-Boykottbewegung" aus dem Hentrich & Hentrich Verlag die Entstehung und Wirkung der BDS-Kampagne und zeigen, wie Boykottaufrufe in der öffentlichen Wahrnehmung diskutiert werden.
- Der Artikel "Antisemitismus in der BDS-Kampagne" der Bundeszentrale für politische Bildung analysiert, in welchen Formen antisemitische Argumentationsmuster innerhalb der BDS-Bewegung auftreten – von Doppelstandards bis zur Delegitimierung Israels.
Leseempfehlungen
Wer antisemitische Aussagen besser verstehen möchte, findet in der Broschüre "deconstruct antisemitism! Antisemitische Codes und Metaphern erkennen" der Amadeu Antonio Stiftung eine kompakte Einführung.
Sie zeigt anhand vieler Beispiele, wie antisemitische Denkmuster bis heute in Sprache und Bildern weiterwirken.
Wer sich vertieft mit der aktuellen Forschung zu israelbezogenem Antisemitismus beschäftigen möchte, findet in dem Beitrag "Israelbezogener Antisemitismus und der lange Atem des Anti-Judaismus - von ‚Brunnenvergiftern, Kindermördern, Landräubern‘" von Monika Schwarz-Friesel eine fundierte und gut lesbare Analyse.
Der Text zeigt, wie sich alte judenfeindliche Denkmuster in modernen Diskursen fortsetzen und warum Israel heute häufig zur Projektionsfläche traditioneller antisemitischer Stereotype wird.
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