Der Friedhof wurde im Jahr 1995 durch Bernhard Gelderblom dokumentiert (Fotos, Abschriften).
In Tündern haben seit dem Beginn des 19. Jahrhunderts über einen langen Zeitraum zwei jüdische Familien gelebt. Der Friedhof muss voll mit Steinen gestanden haben.
Am 9. November 1938 stürzte ein SA-Kommando aus Tündern die Grabsteine um. Im Bericht eines Zeitzeugen heißt es: "Die ganz alten Steine und die Grabsteine der Familie Jonas wurden zum Teil in die Ausschachtung hinter den Bahndamm gefahren, zum Teil lagen sie jahrelang als Steinhaufen vor der alten Turnhalle. ... Auf dem eingeebneten Friedhof wurden Maulbeerbaumstämmchen gepflanzt, deren Blätter zur Aufzucht von Seidenraupen (erg.: zur Herstellung von Fallschirmseide) gebraucht wurden."
Die Wiederherstellung des Friedhofes nach dem Ende der NS-Zeit geht auf Arthur Jonas zurück. Er kam 1947 aus Südamerika zu einem Besuch nach Tündern und erwirkte beim Bürgermeister die Herrichtung des Grundstücks und die Aufstellung einiger Grabsteine seiner Familie. Es handelt sich um jüngere Grabsteine aus dem Bestattungszeitraum 1902 bis 1930.
Anlässlich einer Führung über den jüdischen Friedhof wurde durch ältere Einwohner*innen des Ortes bekannt, dass weitere Grabsteine erhalten geblieben sind. Sie waren beim Bau einer kleinen Flutbrücke verwendet worden, die der Realverband 1938 im überschwemmungsgefährdeten Weserbogen nördlich des Dorfes errichtet hat.
Im Jahre 2002 konnten die Steine tatsächlich geborgen werden, als die Flutbrücke beim Fortschreiten des Kiesabbaugebietes ohnehin abgebaut wurde. Gefunden wurden zwei Grabsteine älteren Typs mit hebräischer Inschrift. Es handelt sich um Ehefrau und Tochter des Juden Mose, die Tochter gestorben 1850, die Mutter 1852.
Der Realverband hat inzwischen das Gelände kostenlos an den Landesverband der jüdischen Gemeinden Niedersachsens zurückgegeben. Auch die beiden in der Feldmark geborgenen Grabsteine sind wieder auf dem Friedhofsgelände aufgestellt worden. Eine Tafel, die an die jüdischen Menschen erinnert, die früher in Tündern gelebt haben, ist geplant.
Am 9. November 1938 stürzte ein SA-Kommando aus Tündern die Grabsteine um. Im Bericht eines Zeitzeugen heißt es: "Die ganz alten Steine und die Grabsteine der Familie Jonas wurden zum Teil in die Ausschachtung hinter den Bahndamm gefahren, zum Teil lagen sie jahrelang als Steinhaufen vor der alten Turnhalle. ... Auf dem eingeebneten Friedhof wurden Maulbeerbaumstämmchen gepflanzt, deren Blätter zur Aufzucht von Seidenraupen (erg.: zur Herstellung von Fallschirmseide) gebraucht wurden."
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