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Staatsgründung

Im Februar 1947 verkündete Großbritannien den baldigen Abzug aus Palästina und übergab die Verantwortung für die in der Region bestehenden Probleme in die Hände der (aus dem Völkerbund entstandenen) neugeschaffenen Vereinten Nationen. Diese entsandten einen international besetzten Sonderausschuss (den sogenannten UNSCOP, United Nations Special Committee for Palestine), welcher Lösungsmöglichkeiten für die Zeit nach dem Mandat ausloten sollten. Auf dessen Empfehlungen hin stand nach monatelangen diplomatischen Verhandlungen am 29. November 1947 ein Teilungsplan zur Abstimmung in der UN-Generalversammlung.

Das Ergebnis der Abstimmung wurde per Radio in alle Welt übertragen. Mit 33 Ja-, 13 Nein-Stimmen und 10 Enthaltungen (und damit knapp mit der nötigen Zweidrittelmehrheit) gab es ein Votum für die Teilung. Mit „Ja“ stimmten neben den USA die britischen Überseegebiete, Westeuropa, der Sowjetblock und viele lateinamerikanische Länder. Die arabisch-muslimischen Staaten votierten zusammen mit Griechenland, Kuba und Indien mit „Nein“. Großbritannien selbst enthielt sich. Die Jüd*innen innerhalb und außerhalb des Mandatsgebiets jubelten. Dazu der Historiker Benny Morris:

  

„Über einen längeren Zeitraum betrachtet repräsentierte die Abstimmung die Wiedergutmachung der Menschheit für 2000 Jahre Demütigung und – sowohl christliche als auch islamische – Verfolgung der Juden, des ewig staatenlosen Volkes, der ewigen Minderheit. Darauf wiesen die Juden in Rom hin, als sie den UN-Beschluss am 1. Dezember neben dem Titusbogen feierten, dem 'Symbol [ihrer] Zerstörung vor 1877 Jahren'. Die Zionisten hatten es geschafft, eine internationale Zusicherung für ein kleines Stück Erde für das jüdische Volk zu erhalten; es blieb die Aufgabe, die Garantie in einen Staat umzusetzen.“ (Benny Morris, 1948. Der erste arabische-israelische Krieg, S. 107)

 

Auf arabischer Seite wurde der Teilungsbeschluss abgelehnt. Zur arabisch-palästinensischen Reaktion auf den Teilungsbeschluss schrieb Benny Morris:

  

"Am 30. November 1947 um 8:20 Uhr überfiel eine achtköpfige bewaffnete Gruppe aus Jaffa unter der [Führung von Seif al-Din Abu Kishk] einen jüdischen Bus in der Küstenebene [in der Nähe von Kfar Sirkin], wobei fünf Menschen getötet und weitere verletzt wurden. Eine halbe Stunde später griffen die bewaffneten Männer einen zweiten Bus an, der von Chadera aus nach Süden fuhr, und töteten zwei weitere Menschen. Später am Morgen begannen arabische Scharfschützen, aus dem Manshiya-Viertel in Jaffa in den Süden Tel Avivs zu schießen, wobei mindestens eine Person getötet wurde. Es handelte sich um die ersten Toten des Krieges von 1948.“ (Benny Morris, 1948. Der erste arabische-israelische Krieg, S. 120)

  

Von nun an standen tödliche Überfälle durch arabisch-palästinensische Milizen auf Siedlungen von Jüd*innen auf der Tagesordnung. Die al-Azhar Universität, eine der höchsten Autoritäten des sunnitischen Islams, rief am 2. Dezember den „weltweiten Dschihad zur Verteidigung des arabischen Palästinas“ aus. Für den Jischuv war es der Anfang eines defensiven Bürgerkrieges gegen arabisch-palästinensische Milizen, der nahtlos in den pan-arabischen Angriffskrieg von 1948 übergehen sollte.

Der Kampf um Unabhängigkeit begann folglich schon vor der Staatsgründung. Am 14. Mai 1948 verkündete David Ben-Gurion vor dem jüdischen Nationalrat im Stadtmuseum von Tel Aviv die Errichtung des Staates Israel. Am Tag darauf marschierten Armeen aus fünf Nachbarländern (Ägypten, Syrien, Transjordanien, Libanon und Irak) in Israel ein. 

  

Weiter geht es auf der Seite Nach der Staatsgründung.

  

Weiteres zu diesem Thema:
 

  • "Der Krieg gegen die Geschichte" von Benny Morris finden Sie hier.

    

  • Ein Interview mit Michael Wolffsohn zum 75. Jahrestag der Staatsgründung Israels finden Sie hier.

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