Zionismus
Theodor Herzl, 1901;
Ephraim Moses Lilien, Public domain, via Wikimedia Commons
Was ist Zionismus?
Der Zionismus ist eine politische Bewegung, die im späten 19. Jahrhundert entstand. Ihr Ziel war die nationale Selbstbestimmung des jüdischen Volkes in einem eigenen Staat.
Als Begründer gilt Theodor Herzl, der 1896 in seinem Werk "Der Judenstaat" die Idee eines jüdischen Staates als Antwort auf Antisemitismus und gescheiterte Assimilation in Europa formulierte.
Der Zionismus war keine einheitliche Bewegung, sondern umfasste unterschiedliche Strömungen: religiöse, säkulare, sozialistische und revisionistische Richtungen vertraten teils verschiedene Vorstellungen davon, wie das Ziel der Erschaffung einer jüdischen Heimstätte zu erreichen sei.
Gleichzeitig wurde der Begriff "Zionismus" schon früh verzerrt oder politisch instrumentalisiert. In antisemitischen und antizionistischen Diskursen wurde er fälschlich mit Rassismus, Kolonialismus oder Unterdrückung gleichgesetzt – eine Form des antisemitischen Framings, die bis heute verbreitet ist.
Noch vor der Staatsgründung Israels diente die Idee eines jüdischen Staates als Projektionsfläche für Ängste und Verschwörungsmythen. Zionist*innen wurden beschuldigt, Teil einer "jüdischen Weltverschwörung" zu sein oder nationale Loyalität gegenüber ihren Herkunftsländern zu untergraben. Diese Deutungsmuster legten den ideologischen Boden für den späteren israelbezogenen Antisemitismus.